Honduras′ Präsident Hernández strebt zweite Amtszeit an | Aktuell Amerika | DW | 26.11.2017
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Honduras

Honduras' Präsident Hernández strebt zweite Amtszeit an

Erstmals in der jüngeren Geschichte des mittelamerikanischen Landes bewirbt sich ein Amtsinhaber um eine zweite Amtszeit. Die Opposition will das verhindern. Der künftige Staatschef steht vor großen Herausforderungen.

Juan Orlando Hernández (DW/M. Banchón)

Juan Orlando Hernández will weiterregieren

Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández will sich an diesem Sonntag für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen. Bislang war die Wiederwahl des Staatschefs in dem mittelamerikanischen Land ausgeschlossen. Seine konservative Nationalpartei behauptet jedoch, dass ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2015 diese Einschränkung aufgehoben hat. Die Opposition will dies jedoch nicht anerkennen und beruft sich auf die Verfassung. Die Opposition hat deshalb eine Allianz geschmiedet, um die Macht der konservativen National-Partei zu brechen. Das Bündnis schickt den linksgerichteten Fernsehmoderator Salvador Nasralla ins Rennen, die rechten Liberalen haben Luis Zelaya als Spitzenkandidaten.

Honduras vor den Wahlen (Getty Images/AFP/O. Sierra)

Salvador Nasralla von der Opposition

Kriminalität und Armut

Honduras leidet unter Kriminalität und Armut. Die mächtigen Jugendbanden - so genannten Maras - sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt und beherrschen ganze Stadtteile. Mit 112 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern gilt die Wirtschaftsmetropole San Pedro Sula als die drittgefährlichste Stadt der Welt. Rund 60 Prozent der Menschen gelten als arm. Über 38 Prozent leben sogar in extremer Armut. Als Gründe werden die extreme Vermögenskonzentration, das niedrige Bildungsniveau und der Mangel an Arbeitsplätzen genannt. Honduras zählt zu den ärmsten und gefährlichsten Ländern Lateinamerikas. Seine Mordrate liegt bei 45 pro 100.000 Einwohnern - und damit weit über dem weltweiten Durchschnitt von 5,3. Viele Honduraner fliehen vor der Gewalt und versuchen, illegal in die USA einzuwandern. Zudem ist Honduras von Korruption, sozialer Ungleichheit und Gewalt gegen soziale Aktivisten geprägt.

Thema Sicherheit zentrales Wahlkampfthema

Der Mord an der Umweltaktivistin Berta Cáceres sorgte im vergangenen Jahr international für Empörung. Nach Angaben der Organisation Global Witness ist Honduras das gefährlichste Land der Welt für Umweltschützer. Nach dem Vorbild Guatemalas soll jetzt die internationale Mission MACCIH Honduras im Kampf gegen Korruption und Straflosigkeit unterstützen.

Honduras vor den Wahlen (picture-alliance/AP Photo/F. Antonio)

Die Wahlen finden unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt

Präsident Hernández hat die Themen Sicherheit, Landwirtschaft, Gesundheit und Investitionen in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs gestellt. Oppositionskandidat Nasralla will den Zugang zur Bildung verbessern und setzt auf Prävention zur Eindämmung der Kriminalität. In den jüngsten Umfragen vom September liegt der Amtsinhaber Hernández mit 37 Prozent deutlich vor Nasralla mit 22 Prozent. Für den Wahlsieg reicht eine einfache Mehrheit. Bei der Abstimmung werden auch die 128 Abgeordneten des Parlaments und die Bürgermeister des Landes neu gewählt.

as/sam (dpa, afpe)