Hitzewelle: Extremwerte in Europa
Sonne pur und Temperaturen von fast 40 Grad Celsius: Westeuropa ächzt unter einer ungewöhnlich frühen Hitzewelle. Mehrere Menschen kamen im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen ums Leben.

Historische Hitze
Baden in Broadstairs: Menschen suchen am Wochenende in der britischen Kleinstadt Abkühlung im Meer. Westeuropa erlebt derzeit eine außergewöhnliche Hitzewelle: Im Vereinigten Königreich war es am Dienstag mit vereinzelt 35 Grad Celsius so warm wie noch nie im Mai seit Beginn der Aufzeichnungen.
Warnstufe Orange
Auch in Frankreich bricht die Hitzewelle Rekorde: "Montag war der heißeste Tag, der seit Beginn der Aufzeichnungen im Mai verzeichnet worden ist", teilte der französische Wetterdienst Météo France mit. Die Temperaturen erreichten im Südwesten 36 Grad. Acht Départements riefen die Warnstufe Orange aus - auch das ein Novum für den Monat Mai. Die Hitze soll bis mindestens Ende der Woche anhalten.
Hochdruck-Hitzeglocke
Selbst in den normalerweise kühlen Niederlanden ist es heiß: Diese Menschen suchen Abkühlung auf dem Goimeer. Ursache für die hohen Temperaturen ist eine sogenannte Hitzeglocke: Dabei legt sich ein Hochdruckgebiet über große Landesteile und wirkt wie ein Deckel. Kühlere Luftmassen und Regenfronten werden blockiert, während gleichzeitig heiße Luft aus Nordafrika nach West- und Mitteleuropa strömt.
Tödliche Temperaturen
Am besten lässt sich der Hitze im Wasser entkommen - doch das birgt Risiken: In Großbritannien sind in den vergangenen Tagen mindestens fünf Jugendliche bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Auch Frankreich meldete sieben Todesfälle, die "direkt oder indirekt mit der Hitze zusammenhängen", so eine Regierungssprecherin. Zwei Menschen seien beim Sportmachen gestorben, fünf Personen ertrunken.
Hitze-Höhepunkt
Gewusst wie: Ein Mann surft auf der Eisbachwelle in München. Die Hitzeperiode in Deutschland habe ihren Höhepunkt am Dienstag erreicht, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Am wärmsten wurde es mit 34 Grad in Regensburg. Anders als in Großbritannien und Frankreich ist hierzulande kein neuer Temperaturrekord für Mai aufgestellt worden. Der wurde im Jahr 1922 gemessen - mit 36,6 Grad in Hamburg.
Schwimmen statt schwitzen
In Spanien ist man an hohe Temperaturen zwar gewohnt - allerdings nicht so früh im Jahr: Der Wetterdienst sagt für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag Temperaturen von 36 bis 38 Grad voraus. Demnach werden in weiten Teilen des Südwestens "tropische Nächte" erwartet, selbst nachts soll das Thermometer damit nicht unter 20 Grad fallen.
Schippern unterm Schirm
Ohne Sonnenschirm geht's nicht: Ein Ausflugsboot fährt in Berlin über die Spree. Studien zeigen, dass Hitzewellen durch den menschengemachten Klimawandel häufiger und intensiver werden. Der britische Meteorologe Greg Dewhurst sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zunahme von Extremtemperaturen sei "ein guter Indikator für den Klimawandel". Derartige Extreme dürften künftig "die neue Norm" werden.
Kritisches Klima
Gelb statt grün: Menschen liegen auf einer verdorrten Rasenfläche in London. Hier wurden am Wochenende 33,5 Grad gemessen - solche Temperaturen im Mai galten in Europa bislang als äußerst selten. Sie zeigen, dass sich das Klima bereits deutlich verändert hat. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Europa schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. Die aktuelle Situation passt in diesen Trend.