Hilfsorganisationen: Sorge über mögliche Abschiebungen nach Syrien | Aktuell Welt | DW | 05.02.2018
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Flüchtlinge

Hilfsorganisationen: Sorge über mögliche Abschiebungen nach Syrien

Internationale Hilfsorganisationen warnen vor Abschiebungen syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat. Sie kritisieren sowohl konkrete Maßnahmen zur Rückführung als auch die Diskussionen darüber, darunter in Deutschland.

Deutschland Sammelabschiebung vom Baden-Airport (picture-alliance/dpa/P.Seeger)

Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern

Die derzeitige Sicherheitslage in Syrien verbiete Abschiebungen, heißt es in einem Bericht, an dem unter anderem der Norwegische Flüchtlingsrat (CNR) und die Organisation Care International mitgearbeitet hatten. "Hunderttausende Flüchtlinge sind davon bedroht, 2018 zur Rückkehr nach Syrien gedrängt zu werden - trotz andauernder Gewalt, Bombardierungen und Gefechte, die das Leben von Zivilisten gefährden", warnt der Bericht. Die Infrastruktur Syriens sei schwer getroffen worden, heißt es darin. So sei die Hälfte der Krankenhäuser zerstört, jede dritte Schule stark beschädigt oder werde für andere Zwecke genutzt. Der größte Teil des Landes sei mit Minen und anderem explosiven Material übersät.

Zahl der Rückführungen gestiegen

Besorgt zeigten sich die Autoren darüber, dass in Europa ernsthaft über die Rückkehr syrischer Flüchtlinge diskutiert werde, darunter in Deutschland und Dänemark. Diese Diskussionen könnten in "Zwangsrückführungen" münden, warnten die Autoren. Dem Bericht zufolge wurden 2017 deutlich mehr Flüchtlinge nach Syrien zurückgebracht als noch im Vorjahr. Die Zahl stieg demnach von 560.000 Menschen auf 721.000 Menschen. Zugleich hätten in Syrien deutlich mehr Menschen fliehen müssen. In diesem Jahr werde die Zahl der Flüchtlinge um eineinhalb Millionen ansteigen.

Geringe Aufnahmebereitschaft in Europa

Die Tendenz zu Abschiebungen führen die Hilfsorganisationen auf die veränderte militärische Lage in Syrien sowie auf das Anwachsen flüchtlingsfeindlicher Tendenzen in den Aufnahmeländern zurück. Allerdings sei die Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien derzeit in den meisten Fällen "weder sicher, noch freiwillig", erklärte CNR-Generalsekretär Jan Egeland. Bislang wurde nur ein kleiner Teil der syrischen Flüchtlinge in wohlhabenden Ländern aufgenommen. Die meisten blieben in den Nachbarländern Libanon, Jordanien und Türkei. Doch auch dort steige der Druck auf die Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückzukehren, heißt es in dem Bericht.

bri/sti (dpa, kna, afp)