Hilfskonvoi erreicht Bürgerkriegsregion Tigray | Aktuell Afrika | DW | 01.04.2022
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Äthiopien

Hilfskonvoi erreicht Bürgerkriegsregion Tigray

Erstmals seit Monaten ist ein Konvoi mit Nahrungsmitteln in der von einer Hungerkatastrophe bedrohten Region Tigray angekommen. Ein erster Hinweis darauf, dass die von Addis Abeba ausgerufene Waffenruhe hält?

Symbolbild Äthiopien Ankunft des Konvois mit Hilfslieferungen in Tigray

Mehr als neun Millionen Menschen im Norden Äthiopiens brauchen dringend humanitäre Hilfe (Archivbild)

Den Norden Äthiopiens haben erstmals seit Mitte Dezember wieder Hilfskonvois erreicht. Lastwagen mit insgesamt 500 Tonnen Lebensmitteln gelangten in die Bürgerkriegsregion Tigray, wie das äthiopische Büro des Welternährungsprogramms WFP über Twitter mitteilte. Dort seien Gemeinden "am Rande des Verhungerns". Ein zweiter Transportverband mit mehr als 1000 Tonnen Hilfsgütern wird laut WFP in Kürze in Nord-Afar erwartet.

Die Lebensmittelhilfe reicht bei weitem nicht aus

Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen in den drei nördlichen Regionen Amhara, Afar und Tigray mehr als neun Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. Der Zentralregierung, aber auch anderen Konfliktparteien, war immer wieder vorgeworfen worden, diese zu blockieren. Die wichtige Verbindungsstraße von Afars Regionalhauptstadt Semera nach Tigray war laut dem UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) seit Mitte Dezember nicht passierbar. Der letzte Konvoi erreichte die Region am 15. Dezember.

In den vergangenen zwei Monaten gelang es laut UN lediglich mit Frachtflügen insgesamt 260 Tonnen Lebensmittel und 101 Tonnen medizinische Güter nach Mekelle, ins Zentrum der Region Tigray, zu bringen. Einige Hilfsorganisationen hätten ihre Programme wegen des Mangels an Nachschub, Bargeld und Treibstoff vorübergehend einstellen müssen.

Vor einer Woche erklärte die Zentralregierung in Addis Abeba dann einen "humanitären Waffenstillstand". Dieser sei "unbefristet" und trete "sofort" in Kraft, verkündete das Büro von Ministerpräsident Abiy Ahmed. Ziel sei eine "substanzielle Verbesserung der humanitären Situation vor Ort und die Ermöglichung einer Lösung des Konflikts im Norden Äthiopiens ohne weiteres Blutvergießen".

In der seit 17 Monaten umkämpften Region Tigray sowie den Nachbarregionen Amhara und Afar benötigen nach UN-Angaben rund 90 Prozent der Bevölkerung dringend humanitäre Hilfe.

Infografik, Karte, Äthiopien, Sudan, Eritrea, Kenia, Somalia, Addis Abeba, Afar, Tigray, Abala, Mekele

Der militärische Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begann im November 2020. Inzwischen hat er sich auch auf Tigrays Nachbarregionen ausgeweitet. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach UN-Angaben tausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen weitere in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen werfen allen Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Humanitäre Hilfslieferungen nach Tigray wurden nach UN-Angaben vielfach blockiert.

qu/rb (rtr, kna, afp)

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