Großer Bahnhof für Chinas Staatschef | Asien | DW | 29.03.2014
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Asien

Großer Bahnhof für Chinas Staatschef

Am zweiten Tag seiner ersten Deutschlandreise ist Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auch nach Duisburg gekommen. Mit einer großen Wirtschaftsdelegation erwartete er dort: einen Zug aus China.

Chinesen kennen viele deutsche Städte: Berlin, Frankfurt Hamburg, Köln … aber Duisburg? Nie gehört! Ausgerechnet nach Duisburg aber kam Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Samstagnachmittag. Genauer gesagt: in den Binnenhafen, der als größter Europas gilt. Noch genauer: Zum Güterbahnhof des Binnenhafens.

Warum Duisburg?

Am Samstag traf dort ein Güterzug aus China ein. 16 Tage war der Zug unterwegs: von Chongqing in Zentralchina über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen bis eben nach Deutschland. Eine Wiederbelebung der Seidenstraße auf eisernem Schienenstrang gewissermaßen. Julian Böcker von der Duisburger Hafen AG zeigt sich im Gespräch mit der Deutschen Welle hocherfreut über den hohen Besuch aus China: "Es ist eine große Ehre, dass Chinas Präsident Duisburg besucht." Xi Jinping wurde in Duisburg von Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sowie NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (beide SPD) begleitet (Foto).

Ein chinesischer Güterzug in Deutschland

Seit längerem wächst der deutsch-chinesische Güterzugverkehr

Die von dem chinesischen Staatsunternehmen Yuxinou betriebene Bahnlinie verbindet schon seit drei Jahren Duisburg mit der rund 10.000 Kilometer entfernten 30-Millionen-Metropole Chongqing. Geschäftsführerin Yang Liqiong erklärt der Deutschen Welle, der Transport mit der Bahn koste nur halb soviel wie mit dem Flugzeug, sei aber doppelt so schnell wie der Seeweg. Neben Zügen aus Chongqing kommen auch regelmäßig Züge aus Peking und aus Schanghai in Duisburg an.

"Duisburg ist eines der wichtigsten Logistikdrehkreuze in Deutschland", betont Yuxinou-Geschäftsführerin Yang Liqiong. "Hier gibt es ein ideales Verteilernetz. Die Infrastruktur am Güterbahnhof und am Hafen ist ausgezeichnet. Von Duisburg aus können wir fast ganz Deutschland und einen großen Teil Westeuropas erreichen."

Mittlerweile fahren wöchentlich drei Frachtzüge mit jeweils bis zu 50 Containern von Chongqing nach Duisburg - ein Zeichen für die engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Reich der Mitte und Nordrhein-Westfalen.

Zentrum der deutsch-chinesischen Beziehung

"Hier in Nordrhein-Westfalen sind über 800 chinesische Firmen angesiedelt. NRW ist sicherlich die Nummer Eins für chinesische Investitionen in Deutschland", bestätigt Julian Böcker von der Duisburger Hafen AG.

Chinas Präsident Xi in NRW Sigmar Gabriel Hannelore Kraft (Foto: picture-alliance/dpa)

Staatspräsident Xi zusammen mit Wirtschaftsminister Gabriel (l) und Ministerpräsidentin Kraft in Duisburg

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nannte die Zugverbindung ein "eindrucksvolles Beispiel für die Dynamik der Handelsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern".

Xi Jinping ist mit einer 200köpfigen Wirtschaftsdelegation zu Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der deutschen Wirtschaft nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Über 1000 Firmen aus Nordrhein-Westfalen haben in China Tochterunternehmen.

Das Treffen der Wirtschaftsvertreter aus beiden Ländern im Beisein des chinesischen Staatspräsidenten freut Yang Liqiong von der Bahnfirma Yuxinou. Zwar fahren wöchentlich drei vollgeladene Züge von Chongqing nach Duisburg. Doch auf der Rückfahrt sind die Züge größtenteils leer. Sie hofft künftig auf mehr Fracht Richtung China.

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