Griechischer Neonazi aus Belgien abgeschoben | Aktuell Europa | DW | 15.05.2021
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Europa

Griechischer Neonazi aus Belgien abgeschoben

Der Rechtsextremist und europäische Parlamentarier Giannis Lagos ist nach Athen ausgeliefert worden. Das Europaparlament hatte seine Immunität im April aufgehoben.

Griechenland Athen | Ionnis Lagos während Parteisitzung

Giannis Lagos bei einem Auftritt im Parlament von Athen (Archivbild)

Giannis Lagos, ehemals Führungsmitglied der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte, kam am Flughafen von Athen an, wie die Flughafenpolizei mitteilte. Der EU-Parlamentarier war in Griechenland zu über 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ende April war er in Belgien festgenommen worden, nachdem ihm das EU-Parlament seine Abgeordnetenimmunität entzogen hatte. Nach Angaben der Brüsseler Staatsanwaltschaft lehnte der Rechtsextreme seine Überstellung an die griechischen Behörden zunächst aber ab, später stimmte er dann doch zu.

Golden Dawn Prozess in Athen

Aussage vor Gericht: Lagos wurde 2020 wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen

Der 48-Jährige gehörte lange Zeit zur Führungsspitze der Goldenen Morgenröte, die wegen Angriffen auf Migranten und politische Gegner berüchtigt ist. In einem fünfjährigen Mammutprozess stufte die griechische Justiz die Partei im vergangenen Jahr als kriminelle Vereinigung ein und verurteilte rund 50 Mitglieder zu Gefängnisstrafen. Der Prozess gilt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte des Landes.

Lange Haftstrafe für Lagos

Lagos erhielt eine Haftstrafe von 13 Jahren und acht Monaten wegen "Führung einer kriminellen Vereinigung" und anderer Delikte. Nachdem er 2019 ins EU-Parlament gewählt worden war, verfügte er aber zunächst über parlamentarische Immunität. Ende April stimmte eine breite Mehrheit der EU-Abgeordneten für deren Aufhebung.

Die Goldene Morgenröte saß jahrelang im Parlament in Athen. Während Griechenlands schwerer Finanzkrise wurde sie vorübergehend drittstärkste Kraft. Bei der Wahl 2019 scheiterte sie an der Drei-Prozent-Hürde und ist seitdem nicht mehr im Parlament vertreten. Parteimitglieder hatten linke Bürger und Migranten attackiert und einen linken Rapper getötet.

uh/se (dpa, afp)

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