Griechenland beendet seine ″Odyssee″ | Aktuell Europa | DW | 21.08.2018
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Rede Alexis Tsipras

Griechenland beendet seine "Odyssee"

Er hat einen symbolträchtigen Ort für seine Rede gewählt: Auf Ithaka, der Heimatinsel des Odysseus, sprach der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras zum Ende des EU-Rettungsschirms vom Ende einer Odyssee.

Die Griechen lieben es emotional und symbolträchtig: Im April 2010 wählte der damalige griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou eine Bilderbuchkulisse auf der Insel Kastellorizo für eine wichtige Rede. Er teilte seinen Landsleuten und der Welt mit, dass Griechenland pleite sei. Zwei Tage später - da waren bereits die ersten IWF- und EU-Fachleute im Land - sagte Papandreou, Griechenland stehe am Beginn einer neuen Odyssee, endete aber hoffnungsvoll: "Wir kennen den Weg nach Ithaka."

Auf genau dieser Insel hielt der aktuelle griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras eine Rede und sprach von einer neuen Ära. "Wir haben seit 2010 eine Odyssee erlebt", sagte er in einer von allen griechischen TV-Sendern übertragenen Ansprache. Das griechische Volk habe aber gekämpft und es geschafft. "Heute ist der Tag der Erlösung." Auf Ithaka, der Insel im Ionischen Meer im Westen Griechenlands, findet das monumentale Epos der Odyssee mit der Rückkehr des Odysseus in seine Heimat nach einer Irrfahrt mit dramatischen Ereignissen ein glückliches Ende.

Regierung muss sich keine Vorschriften machen lassen 

Am Montag hatte das Land nach acht Krisenjahren den Euro-Rettungsschirm verlassen. In dieser Zeit gab es drei Kreditprogramme mit insgesamt 289 Milliarden Euro und immer wieder neue Spar- und Reformprogramme auf Druck der EU-Partner und des Internationalen Währungsfonds. Haushaltsdefizit, Wirtschaftswachstum und die Lage auf dem Arbeitsmarkt haben sich verbessert. Doch der Schuldenberg ist mit rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung noch immer gigantisch. Auch werden die Finanzexperten der geldgebenden Institutionen wie IWF und EU auch künftig zu Inspektionsreisen nach Athen kommen und können, wenn sie Fehlentwicklungen entdecken, Korrekturen fordern. Allerdings, und das ist der Unterschied zu den vergangenen Jahren, wird keine Troika oder Quadriga der Regierung vorschreiben können, welche Maßnahmen sie zu ergreifen hat.

nob/fab (dpa, ap)

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