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KonflikteNahost

Gratwanderung bei USA-Iran-Gesprächen

21. Juni 2026

Die Straße von Hormus und die Lage im Libanon sind kritische Punkte für die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz.

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JD Vance & Shehbaz Sharif
Die US-iranischen Gespräche werden vermittelt vom pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif - hier links mit US-Vizepräsident JD Vance nach Ankunft in der SchweizBild: Nathan Howard/REUTERS

Kurz vor Beginn US-iranischer Gespräche in der Schweiz bleibt die Straße von Hormus ⁠nach ⁠Berichten aus dem Iran weiter für die Schifffahrt gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen für ​die Meerenge erteilt, meldet die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf ​einen Insider. Die USA und der ​Iran hatten sich auf eine 60-tägige Waffenruhe geeinigt, um über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon hatten die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge jedoch ​am Samstag für geschlossen erklärt. Das US-Militär hatte dagegen mitgeteilt, dass weiterhin Handelsschiffe in der Wasserstraße unterwegs seien.

Israel und Hisbollah kämpfen weiter

Die fortwährenden Kämpfe im Libanon entwickeln sich zum gefährlichsten Störfaktor der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während die Delegationen in der Schweiz ihre Gespräche aufnehmen wollen, setzen die proiranische Hisbollah-Miliz und die israelischen Streitkräfte ihre gegenseitigen Angriffe fort - und das nur wenige Tage nach einer von den USA verkündeten Waffenruhe. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums starben sieben Menschen durch israelischen Beschuss. 

Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die israelischen Truppen würden in den besetzten Gebieten im Südlibanon bleiben. "Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen." Es habe in der Vergangenheit keine Einschränkung für israelische Soldaten gegeben, im Libanon gegen Bedrohungen ‌vorzugehen, und es ⁠gebe ⁠auch jetzt keine. 

Was wird aus dem iranischen Atomprogramm?

Damit droht die Libanon-Front die diplomatischen Bemühungen zu durchkreuzen, noch bevor die Unterhändler den eigentlichen Streitpunkt angehen: das iranische Atomprogramm. Der Konflikt könnte nicht nur die Gespräche zwischen Washington und Teheran entgleisen lassen, sondern stellt auch das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu auf eine harte Probe.

Abbas Araghtschi & Ignazio Cassis beim Handschlag
Ankunft in der Schweiz - der iranische Außenminister Araghtschi wird von seinem Schweizer Amtskollegen Ignazio Cassis begrüßtBild: Urs Flueeler/KEYSTONE/picture alliance

US-Vizepräsident JD ​Vance ist am Morgen in der Schweiz angekommen, er wird bei den Gesprächen von dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff begleitet. Vance hatte zuvor erklärt, dass er voraussichtlich einige ​Tage für die Friedensverhandlungen mit dem Iran in der Schweiz sei.

Die Gespräche sollen nach Angaben von Pakistan, ​das neben Katar in ⁠dem Konflikt vermittelt, noch am Sonntag beginnen. Von iranischer Seite nehmen unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer und Außenminister Abbas Araghtschi teil. Für den Vermittler Pakistan reiste unter anderem Premierminister Shehbaz Sharif an.

fab/haz (dpa, rtr, afp)

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