Gouverneur von Texas begnadigt Todeskandidaten | Aktuell Amerika | DW | 23.02.2018
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Todesstrafe

Gouverneur von Texas begnadigt Todeskandidaten

Unmittelbar vor der geplanten Hinrichtung im US-Bundesstaat Texas hat Gouverneur Greg Abbott den Todeskandidaten Thomas Whitaker zu lebenslanger Haft begnadigt. Ein Häftling in Florida fand dagegen keine Gnade.

USA Texas Hinrichtung gestoppt (picture alliance/AP Images/Ralph Barrera)

Der Vater des begnadigten Todeskandidaten, Kent Whitaker, umarmt erleichtert seine Frau

"Herr Whitaker muss den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen als Strafe für sein abscheuliches Verbrechen", erklärte der texanische Gouverneur Greg Abbott. Der 38-jährige Thomas Bartlett Whitaker war zum Tode verurteilt worden, weil er die Ermordung seiner ganzen Familie in Auftrag gegeben hatte.

USA Texas Hinrichtung gestoppt (picture-alliance/AP/Texas Department of Criminal Justice)

Thomas Bartlett Whitaker

Bei der Tat im Jahr 2003 tötete ein Auftragskiller die Mutter und den Bruder Whitakers. Sein Vater, Kent Whitaker, wurde verletzt, ebenso Thomas selbst. Erst sieben Monate nach der Tat kam heraus, dass der brutale Raubüberfall vorgetäuscht war und es sich in Wirklichkeit um einen Auftragsmord handelte.

Vater als Fürsprecher

Kent Whitaker, ein gläubiger Christ, verzieh seinem Sohn und setzte sich jahrelang für eine Aufhebung des Todesurteils ein, um nicht auch noch sein letztes Familienmitglied zu verlieren, wie er immer wieder sagte.

Der Nachrichtenagentur AFP sagte er mit Blick auf den Verlust seiner Frau und seines anderen Sohnes: "Ich leide jeden Tag unter ihrer Abwesenheit. Und ich bin mir voll bewusst, dass dieser Verlust durch meinen Sohn herbeigeführt wurde." Er glaube fest daran, dass Gott ihm dabei geholfen habe, das Verhältnis zu seinem Sohn wieder herzustellen.

Für den republikanischen Gouverneur Abbott war es das erste Mal, dass er ein Todesurteil aufhob. Er begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass der Auftragsmörder - im Gegensatz zu Thomas Whitaker - nicht die Todesstrafe erhalten habe.

Überraschend hatte sich am Dienstag bereits die texanische Bewährungs- und Begnadigungskommission einstimmig für eine Haftumwandlung ausgesprochen. Eine vorzeitige Haftentlassung Whitakers ist ausgeschlossen.

Florida Execution (picture-alliance/AP/Florida Department of Law Enforcement)

Eric Scott Branch (Archivbild)

Keine Gnade in Florida

Der 47-jährige Eric Scott Branch wurde im Florida State Prison per Giftspritze hingerichtet. Er hatte 1993 eine damals 21-jährige Studentin vergewaltigt und ermordet.

Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass er damals das Auto der Studentin stehlen wollte, um in seinen Heimatstaat Indiana zu fahren. Er wurde auf seinem Weg dorthin festgenommen. Einen Antrag von Branchs Anwalt, der die Aufhebung der Todesstrafe forderte, hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten am Donnerstag abgelehnt.

mak/rk (afp, dpa)

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