Gibt es zwischen Aserbaidschan und Israel eine geheime Abmachung? | Russland & GUS | DW | 27.08.2004
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Russland & GUS

Gibt es zwischen Aserbaidschan und Israel eine geheime Abmachung?

Baku, 25.8.2004, YENI MUSAVAT, aserb., S. 7

Wie gemeldet sind auf der Webseite DEBKA[file], die als den israelischen Geheimdiensten nahe stehend bekannt ist, sensationelle Einzelheiten über geheime Gespräche zwischen [dem Präsidenten Aserbaidschans] Ilham Alijew und [dem iranischen Präsidenten Mohammad] Khatami in Baku veröffentlicht worden. Danach waren an den Gesprächen Khatamis mit Ilham Alijew auch hochrangige Geheimdienstoffiziere zugegen, die in heftigem Ton Forderungen stellten. Sie verlangten von Aserbaidschan, das Aufklärungszentrum des israelischen Mossad sofort zu schließen und seine Agenten des Landes zu verweisen, die elektronischen Abhöranlagen, die die Israelis entlang der iranischen Grenze installiert haben, abzubauen und die zahlreichen Besuche von Gruppen des israelischen Militärs und Geheimdienstoffizieren in Baku zu stoppen.

DEBKA[file] berichtet, Alijew sei überrascht gewesen, dies zu hören und habe erklärt, er werde das überprüfen, bevor er eine Entscheidung treffe.

Ein Sicherheitsexperte sagte zu den sensationellen Einzelheiten über das Treffen Alijew-Khatami, die iranischen Forderungen hätten Alijew Junior in eine schwierige Lage gebracht. Geht er auf die Forderungen ein, das heißt entlarvt er die israelischen Militär- und Geheimdienstoffiziere und verweist sie des Landes, dann würde dies eine Konfrontation mit den USA bedeuten: "Die iranischen Atomprogramme bereiten sowohl den USA als auch Israel Sorge. Wenn internationaler Druck die iranischen Atomprogramme nicht verhindern kann, dann kann nicht ausgeschlossen werden, dass die USA via Israel die iranischen Nukleareinrichtungen angreift. Wir dürfen nicht vergessen, dass Israel einst durch präzise Luftangriffe iranische Atomreaktoren zerstört hat."

Wir fragen uns, in wie weit der Bericht der Wahrheit entspricht, dass der Mossad in Aserbaidschan ein Geheimdienstzentrum betreibt, entlang der iranischen Grenze elektronische Abhöranlagen installiert hat und Geheimdienstoffiziere dieses Staates regelmäßig Baku besuchen. Aserbaidschan hat in Israel noch keine Botschaft und aus Furcht vor dem Faktor Iran sind seine offiziellen Bande mit Israel nicht allzu stark.

Nach Meinung des [oben genannten] Experten ist das Verhältnis zwischen Israel und Aserbaidschan möglicherweise nicht so wie es zu sein scheint. "Wer kann beweisen, dass Israel keine geheimen Beziehungen - unter anderem im Sicherheits- und im Militärbereich - mit Aserbaidschan unterhält? Aserbaidschan grenzt an den Iran und hat enge Beziehungen zu den USA und geheime Beziehungen zu Israel sind durchaus möglich. Die USA und Israel sind sich sehr wohl dessen bewusst, welche Probleme Aserbaidschan haben könnte, wenn diese Beziehungen ans Licht kämen."

Gleichwohl kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der aserbaidschanischen Regierung antiiranische israelische Geheimdienstaktivitäten vom aserbaidschanischen Territorium aus nicht bekannt sind. Dass der Mossad ein mächtiger Geheimdienst ist, darüber besteht kein Zweifel. Geheimdienste wie dieser haben jede Möglichkeit, vom Territorium eines Landes wie Aserbaidschan gegen ein drittes Land aktiv zu sein. Der Mossad wird das wissen. Ilham Alijew versteht möglicherweise nicht, was die iranischen Geheimdienstoffiziere meinten. Denn der Mossad hat womöglich seine Aktivitäten vor Aserbaidschan geheim gehalten. Dennoch ist der Experte der Meinung, dass es eine politische Abmachung im Sicherheitsbereich mit Israel gibt, auch wenn sie nicht publik gemacht wurde. "Diese Zusammenarbeit läuft über die Türkei, einen Verbündeten Israels und Aserbaidschans, mit direkter Beteiligung der USA." (Überschrift von MD) (TS)

  • Datum 27.08.2004
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink https://p.dw.com/p/5UaC
  • Datum 27.08.2004
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink https://p.dw.com/p/5UaC