Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf Coronavirus getestet | Aktuell Deutschland | DW | 21.10.2020
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Aktuell Deutschland

Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Nun ist auch der Bundesgesundheitsminister vom Coronavirus betroffen. Jens Spahn begab sich nach seinem positiven Test umgehend in häusliche Isolierung. Das teilte sein Ministerium in Berlin mit.

Jens Spahn | Gesundheitsminister Deutschland Mundschutz

Gesundheitsminister Spahn nahm mit Mundschutz an der Kabinettssitzung in Berlin teil

Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Hanno Kautz, erklärte in Berlin, bisher hätten sich beim Minister nur Erkältungssymptome entwickelt. Alle Kontaktpersonen werden nach Angaben des Ministeriums aktuell über die Corona-Infektion Spahns informiert. Damit ist erstmals ein Minister aus dem Kabinett von Angela Merkel (CDU) an COVID-19 erkrankt.

Fotos zeigen, dass Spahn am Mittwochvormittag im Bundeskanzleramt an der Kabinettssitzung teilnahm. Auf den Bildern ist Spahn mit einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Das Bundeskabinett muss nicht gesammelt in Quarantäne, obwohl der CDU-Politiker in der Sitzung zugegen war. Ein Regierungssprecher teilte in Berlin auf Anfrage mit, das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde. Die Bedingungen im Bundeskanzleramt und insbesondere im Internationalen Konferenzsaal, in denen die wöchentlichen Kabinettssitzungen stattfinden, seien hinsichtlich des Infektionsschutzes "besonders optimiert" und vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte fachlich überprüft worden.

Deutschland Berlin | Kanzleramt | Neubauer und Thunberg

So sieht der Internationale Konferenzsaal im Kanzleramt aus, hier mit Angela Merkel und den Klimaktivistinnen Luisa Neubauer (l) und Greta Thunberg (r)

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte im Fernsehsender "Welt", er hoffe, dass Spahn seine Amtsgeschäfte weiterführen könne und nicht schwer erkranke. Er wünsche ihm gute Besserung.

Nicht die erste Quarantäne von Spitzenpolitikern

Zuletzt mussten sich wiederholt Spitzenpolitiker wegen Risikobegegnungen in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fielen seither negativ aus. Bereits am Montag hatte sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wegen einer Warnung über die Corona-App in Quarantäne begeben. Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), befindet sich derzeit in Quarantäne. 

Ende September hatten sich auch Außenminister Heiko Maas (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorübergehend isoliert. Bei Maas hatte sich ebenfalls ein Personenschützer infiziert. Altmaier ging vorsorglich in Quarantäne, weil ein Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv getestet worden war, der mit ihm bei einem Treffen des EU-Handelsministerrats in Berlin anwesend war. Bereits im März war auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorsorglich für knapp zwei Wochen in häuslicher Quarantäne, weil sie von einem Arzt geimpft worden war, bei dem kurz darauf eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.

kle/uh (dpa, rtr, afp)

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