Gericht verlängert Hausarrest Serebrennikows | Kultur | DW | 16.08.2018
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Russland

Gericht verlängert Hausarrest Serebrennikows

Knapp ein Jahr nach der Festnahme des russischen Starregisseurs hat ein Moskauer Gericht seinen Hausarrest abermals verlängert. Kirill Serebrennikow erklärte, den Ermittlern seien die Gesetze egal.

Der 48-Jährige dürfe seine Wohnung im Stadtzentrum einen weiteren Monat nicht ohne Genehmigung verlassen, urteilte das Moskauer Gericht.

Dem Leiter des renommierten Moskauer Gogol-Theaters wird vorgeworfen, staatliche Fördergelder in Höhe von 133 Millionen Rubel (rund zwei Millionen Euro) veruntreut zu haben. Im August 2017 wurde er deshalb festgenommen und steht seither unter Hausarrest. 

"Lasst euch nicht einschüchtern"

Serebrennikow bestreitet seine Schuld. Am Donnerstag sagte er, die andauernden Ermittlungen hätten nichts ergeben, was seine einjährige Isolation von der Gesellschaft rechtfertige. In der Erklärung, die er verlas, hieß es zudem: "Mir wird ständig gesagt: 'Halte durch!' Ich bin unendlich dankbar dafür, dass man von meiner Anständigkeit und Unschuld überzeugt ist. Aber ich möchte sagen: 'Liebe Freunde, haltet auch ihr durch.' Ich bin bereits in der Mühle, aber ich bin ein freier Mann, und ich werde alles tun, um zu verhindern, dass diese Mühlsteine mich zermahlen. Es ist auch wichtig, dass ihr euch nicht einschüchtern lasst, dass ihr nicht in der Kunst und im Leben den Mut verliert."

Die Anklage argumentiert, es sei notwendig, den Hausarrest für Serebrennikow zu verlängern, weil er sich den Ermittlungen entziehen und Zeugen unter Druck setzen könnte. Das kommentierte der Regisseur mit den Worten: "Die Ermittler haben keine Beweise dafür, dass ich mich verstecken wollte. Aber den Ermittlern sind die Gesetze egal. Ich habe bereits viele Mal vor Gericht ausgesagt und erklärt, womit ich mich befasst habe und welche Veranstaltungen wir durchgeführt haben. Es ist immer einfach, die Wahrheit zu sagen."

Argumentation mit gefälschten Dokumenten?

Serebrennikows Rechtsanwälte verwiesen darauf, dass das Vernehmungsprotokoll der Zeugin Larissa Wojkina gefälscht sei. Wojkina war bei der Produktionsfirma "Siebtes Studio" für Personal und Buchhaltung zuständig. Das Protokoll verwenden die Ermittler immer wieder, um Serebrennikows Hausarrest zu verlängern.

Die Forderung nach Freilassung des bekannten Regisseurs gegen Kaution lehnte das Gericht ebenfalls ab.

bb/suc (dpa, INA)

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