Gerechtes Unentschieden für DFB-Elf | Sport | DW | 23.03.2018
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Nationalmannschaft

Gerechtes Unentschieden für DFB-Elf

Nach einem schnellen Rückstand gegen Spanien nimmt die DFB-Auswahl den Kampf an. Am Ende reicht es zum 1:1-Unentschieden. Hohes Tempo und hohes technisches Niveau machen das Länderspiel zu einer sehenswerten Partie.

Es war das erwartete Topspiel des aktuellen Weltmeisters gegen den von 2010 mit dem von Bundestrainer Joachim Löw gesetzten harten Kern. Spanien allerdings ging als Erster in Führung durch einen schnellen Treffer von Rodrigo Moreno in der sechsten Minute. Die Gäste setzten die DFB-Auswahl dadurch mächtig unter Druck. Ein Traumpass ging dem voraus: Andrés Iniesta spielte einen tollen Pass in die Tiefe zum durchstartenden Moreno, der die Ball über den herausstürzenden, chancenlosen ter Stegen ins Tor lupfte (6.). 

Die spanische Überlegenheit setzte sich fort. In diesem WM-Test ging es vor allem um viel Prestige und ein gutes Gefühl. Zwölf Wochen vor dem Turnierbeginn spielten sich die Spanier - die meisten von Real Madrid und vom FC Barcelona - in einen wahren Technik-Rausch. Der Ball zirkulierte immer wieder durch die deutsche Defensive. Nach einem Stellungsfehler von Jonas Hector kontrollierte der überragende Isco den Ball mit der Brust, passte in die Mitte, doch ter Stegen konnte den Ball vor David Silva (18.) aufnehmen. 

Robustheit gegen Lässigkeit 

Das deutsche Pressing verpuffte hingegen noch weitgehend. Nur Timo Werner konnte die Spanier mit dem nötigen Tempo attackieren. Als Sami Khedira ihm den Ball zusteckte, verfehlte der RB Leipzig-Profi  den Ausgleich nur knapp (23.). Die etablierten Kräfte um Spielführer Khedira und Müller waren es, die sich gegen die aufreizende Lässigkeit der Spanier mit Robustheit zur Wehr setzten - und sei es mit einem Foul wie Müller gegen Sergio Ramos. Und Müller war es schließlich, der den Ball unhaltbar für David de Gea ins Tor zirkelte. Für den Münchner war es in seinem 90. Länderspiel der erste DFB-Treffer seit fast genau einem Jahr. "Man hat gesehen, was beide Mannschaften für Fähigkeiten haben", sagte der Torschütze im Anschluss an die Partie in der ARD. "In der Anfangsphase haben wir es nicht so gut gemacht, aber ab Mitte der ersten Halbzeit hatten wir mehr Ballkontrolle."

Fußball Länderspiel Deutschland - Spanien (picture-alliance/dpa/I. Fassbender)

Thomas Müller zieht aus 20 Metern ab - unhaltbar für Spaniens Keeper David De Gea

Hochklassiger Härtetest
Nach der Halbzeitpause wurde der spanische Dirigent Iniesta ausgewechselt. Doch das Spiel blieb hochklassig, auch weil die DFB-Elf viel mutiger agierte. Dem bis dahin verhaltenen Julian Draxler wurde ein Tor aus der Distanz von de Gea  wegen vermeintlichen Abseits verwehrt (47.). Auch der anfangs schwache Özil fand nun besser in die Partie. Für Khedira (52.) war allerdings bald Schluss, nach einem Foul des von einer Schienbeinprellung gerade genesenen Bayern-Spielers Thiago musste der Juve-Star angeschlagen für Ilkay Gündogan raus. Auch der Manchester-Profi scheiterte mit einem Schuss an de Gea (56.). Sekunden zuvor hatte der ebenso sichere Rückhalt ter Stegen die DFB-Auswahl gegen Isco vor einem erneuten Rückstand bewahrt. 

Der offene Schlagabtausch mit vielen guten Ideen und Chancen auf beiden Seiten ging weiter. Werner (64.) und Silva (68.) schossen für ihre Teams ans Außennetz (64.). Mats Hummels (67.) köpfte auf die Latte. Jérôme Boateng blockte Diego Costa (76.) in höchster Not. Erst als dieser in der Schlussphase oft gewechselt wurde, war es auch mit dem hohen Tempo vorbei.

Schwieriges Unternehmen "Titelverteidigung"

Beim Start ins WM-Jahr hat die DFB-Auswahl gegen technisch brillante Spanier gleich erlebt, wie schwierig das Unternehmen Titelverteidigung wird. Aber Trainer Joachim Löw war zufrieden mit dem Testspiel gegen Spanien. "Es war eine gute Intensität im Spiel. Es war ein Test, in dem wir viele Erkenntnisse gewinnen konnten", sagte der 58-Jährige: "Beide Mannschaften haben aber Luft nach oben, man will ja auch nicht immer alles zeigen."

86 Tage bleiben der deutsche Nationalauswahl noch bis zum WM-Start - genügend Zeit für die Spieler, sich für den endgültigen WM-Kader zu empfehlen. Nur 23 dürfen mit nach Russland fahren, das heißt für fünf Spieler, dass sie aus dem aktuellen Kader ausscheiden.

Die Rekordjagd geht unterdessen weiter: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit dem 1:1 (1:1) zum Auftakt des WM-Jahres gegen Spanien seit 22 Länderspielen ungeschlagen und nur noch eine Begegnung von der eigenen Bestmarke entfernt. Von Oktober 1978 bis Dezember 1980 blieb die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in 23 Spielen hintereinander ohne Niederlage. Sollte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw auch am Dienstag in Berlin gegen Brasilien (ab 20:30 Uhr im DW-Liveticker) erneut nicht als Verlierer vom Platz gehen, hätte sie den über 37 Jahre alten Rekord eingestellt.

mrl (mit sid und dpa)

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