Geiselnahme in Köln - Hinweis auf syrischen Täter | Aktuell Deutschland | DW | 15.10.2018
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Kriminalität

Geiselnahme in Köln - Hinweis auf syrischen Täter

Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof: Der Täter hatte sich mit einer Frau in einer Apotheke verschanzt. Nach drei Stunden überwältigte die Polizei den Mann, er wurde schwer verletzt. Zwei Opfer erlitten Verletzungen.

Gegen 12.45 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei ein. Beamte sprachen zunächst von einer "Bedrohungslage", danach wurde die Lage aber eindeutiger: Geiselnahme.  Stundenlang war die Lage unübersichtlich, bis kurz nach 15 Uhr dann folgende Meldung der Polizei kam: 

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde der Täter bei den Zugriffsmaßnahmen schwerst verletzt. Er wurde am Abend nach offiziellen Angaben noch in der Universitätsklinik Köln notoperiert. Ermittelt wird in alle Richtungen. Ausdrücklich wird auch ein terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. 

Die Polizei gab am Abend Details des Hergangs bekannt. Danach hatte der Täter zunächst in einem Schnellrestaurant einen Molotow-Cocktail entzündet. Dabei wurde ein 14-jähriges Mädchen verletzt. Nachdem die Sprinkleranlage auslöste, flüchtete der Mann in die gegenüberliegende Apotheke, nahm dort seine Geisel und verschanzte sich. Beim Zugriff der Sondereinsatzkräften hatte der Täter nach Angaben der Polizei noch versucht, mit brennbaren Mitteln die Frau anzuzünden.

Von einer Ärztin der GSG9 wiederbelebt 

Die Polizeibeamten eröffneten daraufhin das Feuer auf den Mann, der schwer verletzt und anschließend von einer Ärztin der Sondereinheit GSG9 wiederbelebt wurde. Er hatte nach Angaben der Polizei mehrere Gas-Kartuschen, Brandbeschleuniger und eine Pistole dabei. Um welche Schusswaffe es sich handelt, ist noch nicht klar.  

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde am Tatort ein Ausweisdokument gefunden, das auf einen 55 Jahre alten Mann aus Syrien ausgestellt wurde. Dieser habe eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten. Ob es sich bei dem Geiselnehmer tatsächlich um den Syrer handelt, ist noch nicht klar. Er hatte, wie die Polizei bekanntgab, gegenüber Zeugen vor Ort angegeben, einer Terrorgruppe anzugehören.

Wie auf der Pressekonferenz am Abend weiter mitgeteilt wurde, war der Ausweisinhaber mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, etwa im Zusammenhang mit Körperverletzung, Diebstahl und Drogendelikten. Der Täter habe während der Geiselnahme mehrere Forderungen gestellt, unter anderem einen freien Abzug und die Freilassung einer aus Tunesien stammenden Frau verlangt, wie der leitende Polizeidirektor Klaus Rüschenschmidt erklärte. 

Zugverkehr wieder aufgenommen 

Inzwischen wurde der Zugverkehr am Kölner Hauptbahnhof, einem der wichtigsten Verkehrs-Drehkreuze, wieder aufgenommen. Es ist aber weiter mit Behinderungen zu rechnen. 

ml/rb (dpa, afp)