Gefälschter Konzertmitschnitt: Eric Clapton lenkt im Streit mit deutscher Frau ein | Musik | DW | 24.12.2021
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Musik-Posse

Gefälschter Konzertmitschnitt: Eric Clapton lenkt im Streit mit deutscher Frau ein

Eine Frau hatte bei eBay eine Konzert-Raubkopie eingestellt. Illegal. Die ihm gerichtlich zugesprochenen Kosten will Eric Clapton aber nicht einziehen, teilte er nun mit.

Eric Clapton mit Gitarre auf der Bühne.

Eric Clapton im September 2021 bei einem Konzert in Atlanta

Im Rechtsstreit mit einer Frau aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen hat der Bluesmusiker Eric Clapton persönlich eingelenkt. Er verzichte auf alle weiteren rechtlichen Schritte, schreibt sein Management in einem Statement.

Zuvor hatten Claptons Anwälte vor Gericht einen Sieg gegen die 55-Jährige erstritten: Das Landgericht Düsseldorf hatte entschieden, dass die Frau eine Doppel-CD - den Raubkopie-Mitschnitt eines Clapton-Konzerts aus dem Jahr 1987 - nicht bei Ebay verkaufen darf. Eric Clapton hatte dem Gericht zuvor eine eidesstattliche Erklärung zukommen lassen, in der er erklärte, dass die Aufnahmen illegal seien. Seine Anwälte hatten die Auktion stoppen lassen.

Clapton klagte ... und gewann

Die Angeklagte hatte Berufung eingelegt: Sie habe nicht gewusst, dass sie gegen das Urheberrecht verstoße. Sie war der Auffassung, ihr verstorbener Ex-Ehemann habe die Doppel-CD rechtmäßig in einem Kaufhaus erworben. Sie gab an, sie bei der Haushaltsauflösung gefunden zu haben. Anschließend hatte sie sie für 9,95 Euro bei Ebay ins Netz gestellt. 

Doch der Einspruch wurde gerichtlich abgelehnt: Es spiele laut dem Richter keine Rolle, ob die Frau gewusst hätte, dass die Aufnahme illegal gemacht worden sei. Mit der einstweiligen Verfügung des Gerichts war die Beklagte verpflichtet worden, die Anwaltskosten beider Parteien zu zahlen. Sollte sie die Doppel-CD weiterhin zum Verkauf anbieten, waren ihr zudem eine Geldstrafe von 250.000 Euro oder sechs Monate Gefängnis angedroht worden.

Über 3400 Euro Kosten

Nach dem Urteil hatte die Frau aus Ratingen über ihren Anwalt verlauten lassen, weiter klagen zu wollen. Nach Berechnungen ihres Anwalts seien inzwischen insgesamt über 3400 Euro an Mahngebühren, Anwalts- und Gerichtskosten entstanden.

Auf den Teil, der Clapton gerichtlich zugesprochen wurde, will der Musiker nun verzichten, heißt es in dem Statement. Das Geld werde nicht eingezogen. Laut Claptons Management gehe es den im Auftrag des Musikers agierenden Anwälten vor allem darum, gewerbsmäßige Händler abzustrafen, die mit illegalen minderwertigen Aufnahmen Geld verdienen - nicht aber private Verkäufer einzelner Tonträger.

Im Übrigen hätte der Fall "mit minimalen Kosten" viel schneller erledigt werden können, heißt es weiter. Eine Kontaktaufnahme mit Claptons Anwälten per Anruf oder Brief hätte dafür ausgereicht. Die Frau habe auf das erste Schreiben der Anwälte allerdings sinngemäß geantwortet, sie sollten sie doch ruhig verklagen. Dadurch seien dann die nächsten Schritte ausgelöst worden.

Clapton ist dreimal in der Rock & Roll Hall of Fame

Eric Clapton ist einer der besten Gitarristen der Welt - und der einzige Musiker, der dreimal in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Erstmals mit der 60er-Jahre-Band "The Yardbirds" im Jahre 1992. "The Yardbirds" sind dafür bekannt, dass sie die Karrieren von drei der erfolgreichsten Gitarristen der Welt ins Rollen brachten: Eric Clapton, Jimmy Page von Led Zeppelin und Jeff Beck

Auf der Bühne von links: Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton

Reunion-Konzert der legendären Rockgruppe "Cream" 2005 (von links: Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton)

Seine zweite Aufnahme erhielt er durch die Rockband "Cream". Zwischen 1966 und 1968 produzierte "Cream" viele Rock-Hits, von Psychedelic-Rock bis Blues-Rock. Die Gruppe gilt bis heute weithin als die erste "Supergroup", da alle drei Band-Mitglieder vorher in anderen berühmten Bands gespielt hatten.

Claptons letzte Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame erfolgte 2000 als Solokünstler. Sein Album "Unplugged" aus dem Jahr 1992 ist bis heute ein Verkaufsschlager.

Vom legendären Rocker zum "Anti-Vaxxer"

Seit Beginn der Corona-Pandemie mischt sich Clapton lautstark in die COVID-19-Debatte ein. So machte er Schlagzeilen, weil er sich gegen Lockdowns aussprach und sich weigerte, an Veranstaltungsorten zu spielen, an denen ungeimpfte Konzertbesucher nicht zugelassen waren.

Im Dezember 2020 trat er zusammen mit dem Impfgegner Van Morrison auf und performte dessen Song "Stand and Deliver". Im Songtext heißt es unter anderem "Do you wanna be a free man ... Or do you wanna be a slave?" ("Willst du ein freier Mensch sein ... Oder willst du ein Sklave sein?").

Die Musikzeitschrift "Rolling Stone" veröffentlichte Anfang dieses Jahres einen Artikel, in dem Clapton vorgeworfen wird, Fehlinformationen über die Corona-Pandemie an seine zahlreichen Fans zu verbreiten. Außerdem wurde darin offengelegt, dass er auch eine in Großbritannien ansässige Gruppe von "Anti-Vaxx"-Musikern namens "Jam for Freedom" mitfinanziere.

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