Gedicht gegen Hetze: Minister Peter Altmaier antwortet der AfD | Deutschland | DW | 04.09.2018
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Chemnitz und die sozialen Medien

Gedicht gegen Hetze: Minister Peter Altmaier antwortet der AfD

Manchmal hilft in hysterischen Zeiten vielleicht ein Gedicht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU hat jetzt eines verfasst und über Twitter verbreitet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gilt unter den deutschen Politikern als einer der Pioniere, was die Nutzung der sozialen Medien angeht. Schon vor Jahren, als viele Politiker noch nichts von Twitter gehört hatten, war der enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kurznachrichtendienst aktiv.

Und er ist es auch jetzt. Anlass für eine kreative Idee des Ministers war ein Tweet der Bundestags-Abgeordneten Beatrix von Storch, Mitglied der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" (AfD).

Beatrix von Storch: "Ihr seid abscheulich!"

Sie hatte auf ihrem Twitter-Account das Rockkonzert kommentiert, mit dem zahlreiche Gruppen und Zehntausende Besucher am Montag in Chemnitz auf die ausländerfeindlichen Ausschreitungen reagiert hatten - unter dem Motto "wirsindmehr".

Von Storchs Rhetorik gilt auch innerhalb der AfD als extrem aggressiv, entsprechend fiel ihr Tweet aus: "Ihr seid nicht mehr. Ihr seid Merkels Untertanen, ihr seid abscheulich - und ihr tanzt auf Gräbern", schrieb von Storch.

Sie bezog sich auf den Auslöser der Ausschreitungen vor über einer Woche, den Mord an einem 35-jährigen Deutsch-Kubaner. Ein Iraker und ein Syrer wurden von der Polizei als Tatverdächtige festgenommen. Anschließend gab es zahlreiche Demonstrationen rechter Gruppierungen und Angriffe auf Menschen, die als Ausländer wahrgenommen wurden.

Peter Altmaier:"Humanität ist stärker als Euer garstig Wort" 

Minister Altmaier, der über alle Parteigrenzen hinweg gute Kontakte besitzt und als Strippenzieher mit Frohnatur gilt, antwortete mit einem offenbar selbst verfassten kleinen Gedicht:

"Die Mehrheit sind nicht die, die schreien. Ihr spaltet und zerstöret immerfort. Humanität ist stärker als Euer garstig Wort", textete er.

Zu dem Konzert gegen Rassismus waren 65.000 Zuschauer gekommen. Die Band "Die Toten Hosen", die Rapper Marteria und Casper gehörten zu den Künstlern, die dem Aufruf der Band "Kraftklub" gefolgt waren, die aus Chemnitz stammt. Mit einer Schweigeminute erinnerten die Konzerteilnehmer und Besucher zu Beginn der Veranstaltung an den 35-jährigen Ermordeten.

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