Gabuns Präsident kehrt nach Putschversuch zurück | Aktuell Afrika | DW | 15.01.2019
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Afrika

Gabuns Präsident kehrt nach Putschversuch zurück

Nach seiner Abwesenheit und einem gescheiterten Putschversuch ist Präsident Ali Bongo nach Gabun zurückgekehrt. Seine erste Amtshandlung: Die Einführung seines neuen Kabinetts.

Nach dem fehlgeschlagenen Putschversuch vergangene Woche ist Präsident Ali Bongo nach Gabun zurückgekehrt. Kulturminister Alain-Claude Bilie-By-Nzé bestätigte der DW, dass Ali Bongo in Libreville  ist. "Er wird höchstpersönlich die Zeremonie leiten, in der heute Morgen das neue Kabinett vereidigt wird." 

Knapp ein Duzend Soldaten hatten Anfang des Monats den staatlichen Rundfunk in der Hauptstadt Libreville gestürmt und die Bevölkerung zum Aufstand aufgerufen. Zur Begründung gaben sie an, sie wollten das Land vor "Chaos schützen". Auslöser soll die Neujahrsansprache des Präsidenten gewesen sein, welche sie als "beschämend" empfanden. Sie beschrieben in ihrer Erklärung Gabun als "ein Land, das seine Würde verloren" habe und äußerten Zweifel, ob Präsident Ali Bongo noch in der Lage sei, sein Amt auszuüben.

Die Botschaft wurde von einem Mann verlesen, der sich als Vizekommandeur der Republikanischen Garde und Chef einer bislang unbekannten Gruppe namens "Patriotische Bewegung der gabunischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte" bezeichnete. Den Sicherheitskräften gelang es nach kurzer Zeit, den Putsch niederzuschlagen. Nach Regierungsangaben handelt es sich um Einzeltäter, die innerhalb des Militärs keinen Rückhalt haben. Zwei Putschisten wurden getötet, ihr Anführer festgenommen.

Scharfe Kritik am Putschversuch

Die Afrikanische Union (AU) verurteilte den Putschversuch scharf. Sie lehne einen Machtwechsel, welcher der Verfassung zuwider laufe, strikt ab, hieß es. Auch Paris verurteilte den versuchten Staatsstreich und rief zur "strikten Achtung" der Verfassung in der ehemaligen französischen Kolonie auf.

Während eines Wirtschaftsforums im Oktober in Saudi-Arabien war der gabunische Präsident überraschend erkrankt. Im November wurde bekannt, dass der 59-Jährige einen Schlaganfall erlitten hatte. Zur medizinischen Behandlung hielt sich Bongo seit mehreren Wochen in Marokko auf. Am 31. Dezember äußerte sich er sich erstmals seit dem Schlaganfall in einer aufgezeichneten Ansprache. Er habe "eine schwierige Zeit hinter sich", hieß es darin.

Bongos Familie regiert das zentralafrikanische Land seit fast 50 Jahren. Ali Bongo übernahm die Regierung nach dem Tod seines Vaters Omar in 2009. Mit weniger als 6000 Stimmen wurde Bongo 2016 wiedergewählt. Die Wahl wurde von Vorwürfen des Betrugs und gewaltsamen Protesten begleitet.

fa/stu (dpa, rtrd, afpd, ape)

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