Frauen-WM: Martas Rekord für die Gleichberechtigung | Sport | DW | 19.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Frauen-WM in Frankreich

Frauen-WM: Martas Rekord für die Gleichberechtigung

Mit ihrem 17. WM-Tor überflügelt Brasiliens Superstar Marta den Rekordtorschützen bei den Männern, Miroslav Klose. Ihre neue Bestmarke widmet die 33-Jährige allen, die für Gleichberechtigung kämpfen.

FIFA Frauen-WM 2019 | Italien v Brasilien (picture-alliance/ZUMAPRESS/M. Smith)

Jubel um Brasiliens Matchwinner Marta (2.v.l.)

Die kleine Spitze Richtung Miroslav Klose konnte sich Marta nicht verkneifen. "Ob er jetzt wohl aus der Rente zurückkommt und die nächste Weltmeisterschaft spielen wird?", sagte Brasiliens Superstar mit einem Augenzwinkern nach dem letzten Vorrundenspiel der Selecao bei der WM in Frankreich. Marta hatte zuvor in Valenciennes ihr Team mit einem verwandelten Strafstoß (74. Minute) zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen Italien und damit ins Achtelfinale geschossen. Die 33-Jährige baute ihren WM-Torrekord auf 17 Treffer aus - ein Tor mehr, als der deutsche Ex-Nationalspieler und WM-Rekordtorjäger Klose bei den Männern erzielt hatte.

Marta setzt Zeichen gegen ungleiche Bezahlung

Marta machte klar, dass es ihr um mehr als nur ihr Ego gehe. "Dieser Rekord gehört nicht mir allein. Er gehört uns allen", sagte die Brasilianerin. "Ich teile den Rekord mit allen, die für die Gleichberechtigung kämpfen." Seit langem setzt sich die sechsmalige Weltfußballerin für mehr Wertschätzung des Frauenfußballs ein. Unter anderem kämpft sie dagegen, dass die Gehälter von männlichen und weiblichen Profis so weit auseinander liegen. Seit einem Jahr schlägt Marta alle Angebote von Ausrüstungssponsoren konsequent aus - und verweist zur Begründung auf die Ungleichheit zu Verträgen männlicher Stars.

2019 FIFA Women's World Cup France | Italy v Brazil: Group C (picture-alliance/dpa/NurPhoto/J. Mattia)

Marta holt aus, wenig später zappelt der Ball im Netz: 1:0 gegen Italien

Mit 14 Jahren Familie und Heimatstadt verlassen

Auf den Straßen der Kleinstadt Dois Riachos im Westen Brasiliens begann Marta schon als kleines Kind, Fußball zu spielen - mit Jungen. Früh wurde ihr großes Talent erkannt. Mit 14 Jahren erhielt sie einen Vertrag beim Klub Vasco da Gama in Rio de Janeiro und verließ gegen den Willen ihrer Familie die Heimatstadt. Marta trainierte in einer Sportschule des brasilianischen Fußballverbands. Mit 16 Jahren absolvierte sie ihr erstes Länderspiel in der A-Nationalmannschaft. Der große internationale Durchbruch gelang ihr 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen, als die Selecao erst im Finale an den USA scheiterte.

Großer Titel fehlt noch

Brasilien Rio 2016 Fußball Frauen Marta Trikot 10 (Getty Images/B. Mendes)

Brasiliens Nummer zehn

Mit 18 Jahren wechselte Marta nach Schweden, später auch in die USA. Aktuell steht die 1,62 Meter große Stürmerin, die beidfüßig schießen kann, bei Orlando Pride unter Vertrag. Neben der brasilianischen hat Marta auch die schwedische Staatsangehörigkeit.

Was ihr noch fehlt, ist ein großer internationaler Titel mit dem Nationalteam, das sie als Kapitänin anführt. Zweimal (2004, 2008) gewann Marta olympisches Silber, einmal (2007) wurde sie mit der Selecao Vizeweltmeisterin.

Tore bei fünf WM-Turnieren

In der "ewigen" Liste der WM-Torjägerinnen steht Marta mit nun 17 Treffern unangefochten an der Spitze - auf Platz zwei folgt mit 14 WM-Toren die deutsche Stürmerin Birgit Prinz, die ihre Karriere 2011 beendete. Als einzige Spielerin der Welt hat Marta zudem bei fünf Weltmeisterschaften getroffen.

Ihren Kampf um Gleichberechtigung sieht Marta nicht auf den Fußball beschränkt: "Es geht um die Rolle der Frau in allen Bereichen. Es geht nicht nur um Sport - das ist ein Kampf für die Gleichberechtigung auf allen Ebenen."

Die Redaktion empfiehlt