Franzosen in Rage - Regierung unbeirrt | Aktuell Europa | DW | 06.12.2019
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Rentenreform

Franzosen in Rage - Regierung unbeirrt

Frankreichs Regierung wolle "keine Konfrontation", bleibe jedoch "sehr entschlossen", sagt der Premierminister. Nicht weniger entschlossen zeigen sich Frankreichs Demonstranten. Ihre Wut ist längst nicht verpufft.

Die Regierung in Paris will sich von den Massenprotesten nicht beirren lassen und an ihrer geplanten Rentenreform festhalten. Die Regierung sei "sehr entschlossen", die Reform umzusetzen, sagte Premierminister Edouard Philippe in der französischen Hauptstadt. Die neuen Maßnahmen würden jedoch "schrittweise" und "ohne Härte" eingeführt, betonte der Regierungschef.

Die Franzosen wüssten, "dass wir Stück für Stück ein bisschen mehr arbeiten müssen", sagte Philippe. Mit der Reform des Rentensystems werde Frankreich auf Linie mit "anderen vergleichbaren Staaten" gebracht. Er werde die konkreten Pläne der Regierung am Mittwoch vorstellen und bei der Umsetzung der Reform "nie auf Konfrontation" setzen, betonte Philippe. Die Regierung in Paris werde mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um ein für alle Branchen geltendes, "gerechteres" Rentensystem einzuführen, sagte er. Dieses werde an die Stelle der bisher für verschiedene Branchen geltenden 42 Systeme treten.

Unruhiges Wochenende

Frankreich Paris | Stau während Streik gegen Rentenreformen weiter geht (Reuters/C. Platiau)

Während gegen die Rentenreform gestreikt wird, staut sich in Paris der Verkehr

Aus Protest gegen die Rentenreform hatten in Frankreich den zweiten Tag in Folge tausende Menschen die Arbeit niedergelegt. Bei der französischen Bahn, an Flughäfen und im Pariser Nahverkehr kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen für Berufspendler und Reisende. Am Donnerstag waren nach Behördenangaben mehr als 800.000 Menschen gegen die Rentenreform-Pläne auf die Straße gegangen, die Gewerkschaft CGT zählte 1,5 Millionen Teilnehmer.

Auch am Wochenende soll es wegen der Proteste wieder massive Störungen im Nah- und Fernverkehr geben. Die französische Staatsbahn SNCF kündigte an, dass nur 10 bis 15 Prozent der Züge fahren werden. Auch der Pariser Nahverkehr wird weitestgehend stillstehen. Der Flugbetrieb soll hingegen ohne Störungen laufen. In der Hauptstadt ist am Samstagmittag außerdem eine Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit geplant.

rb/cw (afp, ap, dpa)