Frankreichs Profiklubs streiken | Sport-News | DW | 24.10.2013
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Sport-News

Frankreichs Profiklubs streiken

Aus Protest gegen die geplante "Reichensteuer" kündigt der französische Profifußball einen Streik an. Ein Spieltag soll ausfallen. Nur vier Vereine sind von den neuen Steuerforderungen nicht betroffen.

Zlatan Ibrahimovic bejubelt ein Tor. (Foto: FRANCK FIFE/AFP/Getty Images)

Superstar Zlatan Ibrahimovic (2.v.r.) könnte Paris St. Germain nun noch teurer zu stehen kommen

Die französischen Profifußball-Klubs vereinen sich gegen die Steuerpläne der Regierung und haben für das letzte Wochenende im November einen Streik beschlossen: Die zwischen dem 29. November und dem 2. Dezember angesetzten Spieltage der ersten und zweiten Liga sollen ausfallen. "Wir werden Teil eines historischen Protests sein, und wir sind fest entschlossen, den Fußball zu retten", verkündete der Präsident der Clubvereinigung UCPF, Jean-Pierre Louvel. "Es wird ein Wochenende ohne Spiele, dafür gibt es bei den Klubs einen Tag der offenen Tür", sagte Louvel nach einer außerordentlichen Generalversammlung in Paris. Der Präsident der französischen Profiliga (LFP), Frédéric Thiriez, stimmte den Streikplänen zu: "Ich billige diesen Beschluss", sagte er. Damit würde es zum ersten Mal seit 1972 wieder zu einem Ausstand im französischen Fußball kommen.

Paris St. Germain besonders betroffen

Der Streik richtet sich gegen die "Reichensteuer" der sozialistischen Regierung unter Präsident Francois Hollande. Ab kommendem Jahr sollen alle Unternehmen, die Angestellten mehr als eine Million Euro pro Jahr zahlen, mit 75 Prozent Steuern zur Kasse gebeten werden. Für die Vereine der 1. Liga bedeutet dies eine Mehrbelastung von insgesamt 44 Millionen Euro - davon würde knapp die Hälfte (20 Millionen) auf Paris St. Germain entfallen, das von Investoren aus Katar übernommen wurde.

Nur vier Klubs der Ligue 1 sind nicht von der Steuer-Regel betroffen, weil sie niemandem mehr als eine Million Euro Gehalt zahlen. Dies gilt außerdem für alle Vereine der 2. Liga. Insgesamt sollen etwa 120 Spieler jenseits der Gehaltsgrenze liegen. Besondere Brisanz erhält die Diskussion durch die Tatsache, dass der durch den russischen Milliardär Dimitri Rybolowlew unterstützte AS Monaco nicht in Frankreich steuerpflichtig ist. Ein Prozess soll klären, ob Monaco dennoch seinen Anteil entrichten muss.

of/sn (sid, dpa)