Frankreich verstärkt Anti-Terror-Einheit | Aktuell Europa | DW | 13.12.2018
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Terror in Straßburg

Frankreich verstärkt Anti-Terror-Einheit

Nach dem tödlichen Anschlag im Zentrum Straßburgs erhöht die Regierung in Paris die Zahl der Soldaten im Anti-Terror-Einsatz. Unterdessen führt einem Medienbericht zufolge eine Spur nach Deutschland.

Frankreich, Straßburg: Soldaten in der Nähe des Weihnachtsmarktes (picture-alliance/AP/J. Badias)

Soldaten der "Operation Sentinelle" patrouillierten am Mittwoch vor dem Straßburger Münster

Laut Frankreichs Premierminister Édouard Philippe sollen sich in den kommenden Tagen rund 1300 weitere Soldaten der sogenannten Operation Sentinelle anschließen. Dabei handelt es sich um eine Anti-Terror-Truppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm. Für sie sind bereits einige tausend Soldaten im Einsatz.

In Frankreich und im benachbarten deutschen Grenzraum fahnden französische und deutsche Ermittler derweil mit Hochdruck weiter nach dem 29-jährigen Verdächtigen Chérif Chekatt, der am Dienstagabend in der Nähe des Straßburger Weihnachtsmarkts drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt haben soll. Augenzeugen zufolge rief er "Allahu Akbar", bevor er flüchtete und sich mit Polizisten einen Schusswechsel lieferte.

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto Chekatts, der weiterhin hochgefährlich sein soll. Süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten den Aufruf auf Twitter.

Behörden: Verdächtiger könnte nach Deutschland gelangt sein

Die französischen Behörden schließen nicht aus, dass der mutmaßliche Täter in der Nacht zum Mittwoch über die knapp drei Kilometer von Neudorf entfernte Grenze nach Deutschland gelangt ist. Die Bundespolizei teilte mit, im deutsch-französischen Grenzraum werde "mit verstärkten Kräften" nach dem Mann gesucht.

Frankreich Polizeieinsatz nach Schießerei auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg (Reuters/V. Kessler)

Spezialkräfte der französischen Polizei am Tag nach dem Anschlag in Straßburg

Chekatt ist auch für die deutsche Justiz kein Unbekannter: Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart war er in Baden-Württemberg 2016 wegen zweifachen Einbruchdiebstahls zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde er nach Frankreich abgeschoben und erhielt ein Einreiseverbot für Deutschland. Insgesamt wurde der Mann nach Angaben der französischen Justizbehörden 27 Mal wegen Einbrüchen und ähnlicher Straftaten verurteilt - in Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Mysteriöser Anruf aus Deutschland kurz vor der Tat

Eine neue Spur deutet nun darauf  hin, dass Chekatt noch immer Verbindungen nach Deutschland haben könnte. Einem Bericht des Senders RBB zufolge wurde er unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen. Er sei aber nicht ans Telefon gegangen, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unklar ist demnach, wer ihn anrief und warum. Dieser Frage würden deutsche Ermittler nun intensiv nachgehen.

Frankreich Schießerei auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg (Reuters/C. Hartmann)

Der Weihnachtsmarkt abgeriegelt, Kulturstätten geschlossen: In Straßburg herrschte am Mittwoch höchste Alarmstufe

Der von den Sicherheitsbehörden als Gefährdereingestufte Chekatt hätte nach Angaben aus informierten Kreisen am Dienstagmorgen wegen anderer Vorwürfe festgenommen werden sollen, wurde jedoch nicht in seiner Wohnung angetroffen. Der Sender "France Info" und die Zeitung "Le Parisien" berichteten, bei der Wohnungsdurchsuchung wenige Stunden vor der Tat seien Granaten und andere Waffen gefunden worden.

hk/kle (dpa, afp, rbb)

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