Flugstopp für Kampfhubschrauber ″Tiger″ | Aktuell Welt | DW | 07.08.2019
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Probleme bei den deutschen Streitkräften

Flugstopp für Kampfhubschrauber "Tiger"

Die Bundeswehr kämpft immer wieder mit veraltetem Material oder defekter Ausrüstung. Nun sind die Kampfhubschrauber "Tiger" in den Fokus gerückt. Sie müssen wegen Sicherheitsmängeln vorerst am Boden bleiben.

Rückkehrerappell Kampfhubschrauberregiment 36 (picture-alliance/dpa/S.Stein)

Bolzen mit Sicherheitsmängeln: Der Kampfhubschrauber "Tiger"

Die Bundeswehr hat wegen möglicherweise fehlerhafter Bauteile alle Kampfhubschrauber "Tiger" vorerst aus dem Verkehr gezogen. Der Flugbetrieb mit allen 53 Maschinen sei ausgesetzt worden, teilte das Presse- und Informationszentrum des Heeres mit. Hintergrund sei eine Hersteller-Mitteilung, dass bestimmte verbaute Bolzen einen Mangel aufweisen könnten.

Laut einem Bericht des Magazins "Spiegel" handelt es sich bei dem defekten Bauteil im Fall des "Tiger" um einen Verbindungsbolzen innerhalb der Rotorsteuerung. Der Hersteller Eurocopter habe darauf hingewiesen, dass manche dieser Bauteile aus Titanium eine Wasserstoffversprödung aufweisen könnten. Sie könnten daher während des Flugs brechen, was nach Einschätzung von Experten einen Absturz auslösen könnte.

Sicherheit habe oberste Priorität, hieß es weiter. Daher habe der "General Flugbetrieb Heer", Gert Gawellek, die Anweisung gegeben, den Flugbetrieb vorläufig auszusetzen. Die Sperrung betrifft den Angaben zufolge die "Tiger" im Kampfhubschrauberregiment 36 im hessischen Fritzlar und im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum in Le Luc in Frankreich. Zur Zeit seien keine Maschinen im Auslandseinsatz, es gehe also nur um Routineflüge.

Mali UN-Mission MINUSMA | Kampfhubschrauber Tiger (picture-alliance/dpa/Bundeswehr/M. Tessensohn)

Kampfhubschrauber "Tiger" in Mali

Defekte Bolzen auch in anderen Hubschraubern?

Das weitere Vorgehen solle an diesem Donnerstag von einer Expertenrunde geklärt werden. Auf jeden Fall würden alle Kampfhubschrauber "Tiger" vor dem nächsten Flug gründlich überprüft und falls notwendig Bolzen ausgetauscht. Den Angaben zufolge wurden Bolzen derselben Bauart auch im Transporthubschrauber "NH90" sowie im Schulungshubschrauber "EC135" verbaut - allerdings nicht an sicherheitsrelevanten Stellen. Daher laufe der Flugbetrieb im Heer mit diesen Maschinen weiter. Die Flugpause sei bereits am 2. August angeordnet worden, hieß es weiter. Die "Tiger"-Hubschrauber waren zuvor etwa für die Bundeswehr-Mission in Mali verwendet worden. Bei der Hubschrauberflotte der Bundeswehr hatte es wiederholt Probleme gegeben.

as/qu (dpa, afp)

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