Festnahmen nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg | NRS-Import | DW | 26.10.2018
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Kriminalität

Festnahmen nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg

Nach dem Besuch einer Diskothek in Freiburg wurde eine 18-Jährige Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung. Die Polizei hat acht Männer festgenommen - und prüft, ob es noch weitere Täter gibt.

Freiburg Stadtansicht (picture-alliance/dpa/P. Seeger)

Bereits vor zwei Jahren erregte Freiburg wegen einer Gewalttat bundesweit Aufmerksamkeit

Die mutmaßliche Tat gegen die junge Frau ereignete sich nach einem Diskothekenbesuch in einem Freiburger Industriegebiet. Die Polizei hat nun acht Männer wegen Vergewaltigung festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher sitzen den Angaben zufolge unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft. 

Die Dimension des Verbrechens ist außergewöhnlich. Es rückt Freiburg, die südlichste Großstadt Deutschlands, nach einer Serie früherer Gewalttaten erneut ins Blickfeld. Das 18-jährige Opfer soll in der Nacht auf den 14. Oktober in einer Diskothek ein Getränk von einem Unbekannten erhalten haben, so die Behörden. Gegen Mitternacht verließ sie den Angaben zufolge die Disco mit dem Mann. In einem nahe gelegenen Gebüsch kam es dann dem Opfer zufolge zu einem sexuellen Übergriff durch einen der mutmaßlichen Täter. Nach ihm sollen sich auch die anderen Männer an der Frau vergangen haben. Danach seien sie geflüchtet.

Vielleicht gibt es noch mehr Täter

Die Tat wurde am 14. Oktober angezeigt, seitdem ermittelt die 13 Beamte zählende "Ermittlergruppe Club" des Freiburger Polizeipräsidiums. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es neben den festgenommenen Verdächtigen noch weitere Täter gebe, so eine Polizeisprecherin. Die am Tatort gefundenen Spuren würden ausgewertet, um Klarheit zu bekommen.

Am Opfer selbst hatten die Ermittler Körperspuren eines 19-jährigen Syrers gefunden. Diese führten zur Aufklärung des Falls, wie es heißt. Der Mann war wegen anderer Straftaten in der DNA-Datei. Noch sei unklar, was sich in dem Getränk, das der 18-Jährigen gegeben wurde, befunden habe, sagte die Sprecherin. In dem Blut der jungen Frau habe sich, wie meist bei solchen Taten, nichts mehr nachweisen lassen.

"Flüchtlinge nicht pauschal verurteilen"

Die nun Festgenommenen seien der Polizei wegen anderer Straftaten bereits bekannt, sagte die Sprecherin. Die meisten von ihnen lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg. Ob sie sich zu den Vorwürfen geäußert haben, wollten die Ermittler zunächst nicht sagen.

Deutschland Freiburg getötete Studentin (picture-alliance/dpa/W. Rothermel)

Gedenken an die 2016 in Freiburg getötete Studentin (Archivbild)

Das rund 230.000 Einwohner zählende Freiburg war schon nach dem Mord an einer Studentin vor rund zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten. Wegen dieses Mordes war ein junger Flüchtling festgenommen und im März auch verurteilt worden. Die damalige Tat sowie weitere Verbrechen in und um Freiburg hatten überregional eine Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik ausgelöst.

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) verurteilte die Tat. Für Straftäter dürfe es keine Toleranz geben. Zugleich warnte er vor vorschnellen Urteilen. Straftaten wie diese dürften nicht dazu dienen, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Migranten verhalte sich gesetzestreu. Sein Ziel sei, Freiburg gemeinsam mit der Polizei sicherer zu machen. Erste Maßnahmen wie erhöhte Polizeipräsenz sowie bessere Beleuchtung an Straßen und Wegen zeigten bereits Wirkung. Nach dem Mord an der Studentin hatte das Land Baden-Württemberg mehr Polizisten nach Freiburg geschickt und eine so genannte Sicherheitspartnerschaft gestartet. 

ie/uh (dpa)

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