FC Bayern mit Thomas Müller und Zittern zum Sieg in Piräus | Sport | DW | 22.10.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Champions League

FC Bayern mit Thomas Müller und Zittern zum Sieg in Piräus

Der FC Bayern München gewinnt auch gegen Olympiakos Piräus. Doch beim dritten Sieg im dritten Spiel der Champions League offenbart der Rekordmeister Schwächen und muss eine weitere Hiobsbotschaft verkraften.

Kaum spielte er etwas mehr im Zentrum, gab es Gefahr im Strafraum. Als der Ball zu Thomas Müller kam, dachte der nicht lange nach, nahm ihn in unnachahmlicher Manier volley und zwang Torwart José Sa dazu, den Ball nur abzuwehren. Den Abstauber verwandelte Robert Lewandowski mit seinem zwölften Saisontreffer sicher (34. Minute). "Das war ein guter Schachzug von uns", sagte Bayern-Trainer Nico Kovac nach dem Spiel, in dem er Müller zum ersten Mal seit sechs Spielen wieder von Anfang an brachte, beim Sender Sky.

Doch das war nicht das erste Tor im Spiel. Auch beim ersten war Müller beteiligt, dieses Mal allerdings auf der anderen Seite. Er hatte die Grätsche angesetzt, Ball und Gegenspieler auf der Außenbahn aber verpasst. Der Rest ist schnell erzählt: Flanke, Kopfball, Tor Youssef El Arabi (23.). Es war der erste Torschuss der Gastgeber und somit eine überraschende Führung des griechischen Rekordmeisters gegen den deutschen, der alles andere als souverän auftrat und am Ende äußerst knapp mit 3:2 (1:1) gewann.

Müller im Fokus

An Thomas Müller entzünden sich momentan die Gemüter beim FC Bayern. Der 30-jährige Ur-Münchener war zuletzt nur Reservist und das führte zu Diskussionen. Man vermisste das Fingerspitzengefühl von Bayern-Trainer Nico Kovac, der gesagt hatte, Müller werde spielen, "wenn Not am Mann sei". Schon vor dem Augsburg-Spiel hatte es diese Diskussionen gegeben und auch dort saß Müller zunächst auf der Bank, im sechsten Pflichtspiel nacheinander. Ein wenig wirkte es wie ein Statement des Trainers, der sich nicht in seine Aufstellung reinreden lässt. Vor dem Abflug nach Athen schaltete sich dann auch noch Uli Hoeneß ein.

Doch Thomas Müller blieb heute unbeeindruckt. In seiner stoischen Art erlief er sich die wenigen Bälle, die mal nach vorne kamen, kämpfte verlorene zurück und hatte auch bei den folgenden beiden Toren seine Anteile. Das 2:1 von Lewandowski (62.) bereitete er mit dem Kopf direkt vor. Und vor dem sehenswerten Distanztreffer von Correntin Tolisso (75.) leitete er den Angriff ein. Guilherme traf dann noch für Olympiakos zum 2:3-Anschluss (79.).

Ein eigener Treffer blieb Müller bei seinem Startelf-Comeback verwehrt, dabei waren ihm in den vergangenen beiden Duellen mit Olympiakos vor vier Jahren insgesamt drei Treffer gelungen. In der 86. Minute wurde er ausgewechselt, nach zwei Assists und einer insgesamt soliden Leistung.

Bayern-Abwehr dezimiert

Fußball Champions League | Olympiacos FC v Bayern München | 1:1 (Getty Images/Bongarts/A. Hassenstein)

Mit zwei Toren der Matchwinner bei Olympiakos: Robert Lewandowski

Und so richteten sich die Augen der Bayern-Anhänger nicht nur auf Müller oder den wieder einmal treffsicheren Matchwinner Lewandowski, der mit nun 57 erzielten Champions-League-Treffern in der All-Time-Torschützenliste an Ruud van Nistelrooy vorbeizieht, sondern auch auf die alles andere als sattelfeste Defensive der Bayern, die es den Griechen allzu oft einfach machte.

Es knirscht beim FC Bayern. Das merkte man in der Bundesliga, wo man zuletzt gegen Augsburg in der Nachspielzeit das 2:2 kassierte. Und das merkte man auch an diesem milden Abend in Athen, an dem sich Olympiakos keineswegs wie Tottenham abschießen lassen wollte. Das 7:2 gegen die Londoner am zweiten Gruppenspieltag überstrahlte vieles, das beim FC Bayern aktuell nicht glänzt.

Zwar hatte man bei Piräus über weite Strecken deutlich mehr Ballbesitz, dazu aber keinerlei Idee, wie man das zielführend verwerten könnte. Dazu die Probleme in der Abwehr, wo mit Lucas Hernandez der nächste Innenverteidiger mit Schmerzen am Knöchel verletzt ausgewechselt werden musste. Niklas Süle hatte sich bereits gegen Augsburg einen Kreuzbandriss zugezogen. Auch Javi Martinez verließ angeschlagen den Platz. Und so stehen am Ende im fünften Spiel in Folge zwei Gegentore für den Rekordmeister zu Buche. "Es ist ärgerlich, dass wir immer drei Tore machen müssen, weil wir zwei Tore kassieren", sagte Torwart Manuel Neuer bei Sky. Trainer Kovac zeigte sich zufrieden: "Im Moment fällt es uns nicht so leicht. Aber wir sind mit einem Bein im Achtelfinale und das ist wichtig."

Der FC Bayern führt nun mit neun Punkten die Tabelle mit fünf Zählern Vorsprung vor Tottenham, das sich mit einem 5:0 gegen Roter Stern Belgrad für die Klatsche gegen die Bayern rehabilitierte, an und könnte im Rückspiel am 6. November gegen Piräus vorzeitig das Achtelfinale erreichen. Das liest sich im Gegensatz zu anderen Dingen aktuell gut für den FC Bayern.

Die Redaktion empfiehlt