FARC-Rebellen lassen Minderjährige frei | Aktuell Amerika | DW | 11.09.2016
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Aktuell Amerika

FARC-Rebellen lassen Minderjährige frei

Als Folge des Friedensabkommens mit der kolumbianischen Regierung hat die Rebellenorganisation FARC erste Jugendliche aus ihren Lagern freigelassen. 13 Jugendliche wurden einer Hilfsorganisation übergeben.

Ein junger FARC-Kämpfer hört Instruktionen zu seiner Demobilisierung zu (Foto: AFP)

Ein junger FARC-Kämpfer hört Instruktionen zu seiner Demobilisierung zu

Das Internationale Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) teilte mit, die 13 freigelassenen Minderjährigen seien bei guter Gesundheit. Sie seien nach einer ärztlichen Untersuchung zu einer vorläufigen Unterkunft gebracht worden. Die Jugendlichen sollen nach einer Übergangsphase unter Aufsicht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF soweit möglich wieder Anschluss an ihre Familien finden. Es handelt sich um die erste Gruppe von Minderjährigen, die im Rahmen des Friedensabkommens mit der Regierung die FARC hinter sich lassen.

Das Friedensabkommen zwischen der Regierung in Bogotá und den linksgerichteten "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) war am 24. August nach mehr als vierjährigen Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna vereinbart worden. Am 29. August trat ein Waffenstillstand in Kraft. Nach der Unterzeichnung des Vertrags, die für den 26. September geplant ist, soll am 2. Oktober die kolumbianische Bevölkerung darüber abstimmen.

Widersprüchliche Zahlenangaben

Anfang Februar hatte die FARC angekündigt, keine Jugendlichen unter 18 Jahren mehr in ihren Reihen zu behalten. Nach Angaben der marxistischen Guerilla gibt es insgesamt 21 Minderjährige in ihren Reihen. Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas hatte dagegen im Mai die Zahl der minderjährigen FARC-Mitglieder auf etwa 170 geschätzt. Die Staatsanwaltschaft des Landes schätzt, dass die Aufständischen zwischen 1975 und 2014 fast 12.000 Minderjährige illegal rekrutiert haben.

Die 1964 gegründete FARC ist mit 7500 Kämpfern die größte Guerillaorganisation Kolumbiens. Sie kämpfte jahrzehntelang gegen die Regierung und gegen Großgrundbesitzer. Der Vertrag soll den über 50 Jahre andauernden Konflikt beenden, bei dem mehr als 260.000 Menschen getötet wurden. Rund 45.000 Menschen gelten als vermisst, etwa 6,9 Millionen Menschen wurden vertrieben.

kle/uh (afp, dpa, ape)