Familie von Otto Warmbier verklagt Nordkorea | Aktuell Amerika | DW | 27.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Justiz

Familie von Otto Warmbier verklagt Nordkorea

Auf Cindy und Fred Warmbier dürfte das politische Tauwetter rund um Nordkorea geradezu zynisch wirken. Sie sind überzeugt, dass das Regime in Pjöngjang ihren Sohn auf dem Gewissen hat. Und sie wollen nun Gerechtigkeit.

Die Familie des gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier hat Nordkorea wegen "brutaler Folter und Mord" verklagt. Fred und Cindy Warmbier (Artikelbild) reichten bei einem Bundesgericht in der US-Hauptstadt Washington eine Klage ein, wie es in einer Mitteilung der Familie hieß, die mehrere US-Medien veröffentlichten. In ihr beschrieben sie detailliert, wie ihr Sohn in den 17 Monaten seiner Gefangenschaft vom "verbrecherischen" Regime des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un misshandelt worden sei.

Ende 2015 war der damals 21-jährige Otto Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb er - er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Fred Warmbier teilte in der Erklärung mit, sein Sohn sei als Geisel genommen und wie ein politischer Gefangener gehalten worden. Er sei als Pfand benutzt und besonders brutal von Kim Jong Un misshandelt worden. Kim und sein Regime hätten sich als unschuldig dargestellt, während sie vorsätzlich das Leben ihres Sohns zerstört hätten. Die Klage sei ein weiterer Schritt dahin, Nordkorea für die barbarische Behandlung Ottos und seiner Familie zur Verantwortung zu ziehen.

Nordkorea - US-Student Otto Warmbier (picture alliance/dpa/MAXPPP)

2016: Otto Warmbier bei einem Gerichtstermin in Pjöngjang

Ob Trump darüber spricht?

In der Klage bezeichnen die Eltern Nordkorea als Schurkenstaat, der ihren Sohn ermordet habe. Die Einreichung der Klage erfolgte einen Tag vor dem Gipfel von Nord- und Südkoreas Staatschefs zur Entschärfung des Atomstreits. US-Präsident Donald Trump will Kim voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni treffen. Ob er dabei über Otto Warmbier ein Wort verliert, ist fraglich.

ml/gri (dpa, rtr)