Facebook startet Informationszentrum zur US-Präsidentenwahl | Aktuell Amerika | DW | 17.06.2020
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USA

Facebook startet Informationszentrum zur US-Präsidentenwahl

Facebook will bei der US-Präsidentenwahl im November eine aktivere Rolle spielen. Zum einen will das Netzwerk potenzielle Wähler besser informieren, zum anderen gegen Einflussnahmen ausländischer Staatsmedien vorgehen.

Alle US-amerikanischen Nutzer werden auf Facebook und Instagram prominent einen Bereich mit offiziellen Informationen zum Ablauf und zu Regelungen zur Präsidentenwahl im November angezeigt bekommen. Das teilte das Online-Netzwerk mit. Das Ziel sei, vier Millionen Menschen bei der Anmeldung zur Wahl zu helfen - doppelt so viele wie bei den vergangenen beiden Präsidentenwahlen. Das Wahl-Informationszentrum ähnelt einem Informationsangebot, das Facebook vor einiger Zeit zur Corona-Pandemie eingerichtet hat.

Zugleich kündigte Facebook an, Werbung ausländischer Staatsmedien zur US-Wahl zu blockieren. Der Abteilungsleiter für ausländische Angelegenheiten, Nick Clegg, sagte, jeder, der politische Werbung auf der Seite platzieren wolle, müsse dafür um eine Genehmigung bitten. Zwischen März und Mai habe Facebook "mehr als 750.000 politische Werbemaßnahmen, die auf die Vereinigten Staaten zielten, gestoppt, weil sie den Genehmigungsprozess nicht abgeschlossen haben". Inzwischen seien mehr als 35.000 Mitarbeiter mit Sicherheitsfragen befasst, drei Mal so viel wie vor vier Jahren.

Nick Clegg Facebook

Nick Clegg: "Keine politische Werbung ohne Genehmigung"

Heftige Kritik nach US-Wahl von 2016

Facebook war nach der US-Präsidentenwahl 2016 heftig dafür kritisiert worden, dass das Online-Netzwerk von Russland aus betriebene Propaganda-Aktivitäten während des Wahlkampfs spät erkannt und nicht konsequent genug bekämpft hatte. Gründer und Chef Mark Zuckerberg bekräftigte jetzt, dass inzwischen robuste Schutzmaßnahmen gegen solche Einmischung eingezogen worden seien. Die Bedrohung der Demokratie sei real und anhaltend, aber die eigenen Systeme seien nun besser vorbereitet als je zuvor.

Facebook gibt Nutzern nun außerdem die Möglichkeit, Wahlwerbung und politische Botschaften, die als Anzeigen verbreitet werden, komplett aus ihren Newsfeeds herauszuhalten. Diese Abschaltmöglichkeit werde vom 24. Juni an eingeführt.

Zugleich schließt das Online-Netzwerk eine oft kritisierte Lücke bei der Auszeichnung von Wahlwerbung. Die Anzeigen sind zwar grundsätzlich mit einem Link versehen, unter dem man Informationen dazu bekommt, wer für sie bezahlt hat. Bisher verschwand dieser Hinweis aber, wenn ein Nutzer den Beitrag in seinem Profil teilte. Dadurch war nicht mehr offensichtlich, dass es sich beim Original um einen bezahlten Beitrag handelte. Jetzt wird der Hinweis auch beim Teilen bleiben.

kle/fab (dpa, afpe, ape)

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