Fünf Dinge, die der FC Bayern besser macht | Fußball | DW | 07.04.2018
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Bundesliga

Fünf Dinge, die der FC Bayern besser macht

Der FC Bayern München ist Deutscher Meister - mal wieder. Zum sechsten Mal in Folge geht die Meisterschale nach München. Ein Rekord, der die Frage aufwirft: Was machen die Bayern eigentlich besser als der Rest der Liga?

Die Bayern sind deutscher Meister, der Rest der Fußball-Bundesliga empfindet beim Kampf um den Titel quälende Langeweile und frustrierende Chancenlosigkeit. Woran liegt es, dass die Bayern soviel besser sind? Wir haben folgende fünf Punkte ausgemacht:

1. Qualität
Kein Kader in der Bundesliga ist auch nur annähernd so gut besetzt wie der der Bayern. Mit Mats Hummels, Thomas Müller, Jerome Boateng, Joshua Kimmich, dem langzeitverletzten Manuel Neuer sowie Niklas Süle, Sandro Wagner und Sebastian Rudy spielt die halbe deutsche Nationalelf in München. Hinzu kommen Ausnahmespieler wie Robert Lewandowski, Arjen Robben, Franck Ribery, David Alaba, Thiago, Javi Martinez, James Rodriguez, Corentin Tolisso, Arturo Vidal und Kingsley Coman. Wer soll diesem Starensemble Konkurrenz machen? Der Fundus an überdurchschnittlichen Spielern ist schier unerschöpflich. Fällt ein Nationalspieler verletzt aus, stehen zwei andere parat, um seinen Platz einzunehmen. Hinzu kommt ein brillanter Trainer: Jupp Heynckes, der es in dieser Saison ein weiteres Mal geschafft hat, die große Gruppe der Stars bei Bayern München mit seiner ruhigen und bescheidenen Art so zu führen, dass unter dem Strich der größtmögliche Erfolg dabei herauskam.

2. Finanzielle Möglichkeiten
Die hohe Dichte an Ausnahmespielern bei den Bayern hat auch damit zu tun, dass der Verein in der Lage ist, ganz andere Gehälter zu zahlen als der Rest der Liga. Konkret: Der Rekordmeister verzeichnete im Geschäftsjahr 2016/17 einen Rekordumsatz von 640,5 Millionen Euro. Mit großem Abstand auf Rang zwei folgte Borussia Dortmund mit 405,7 Millionen Euro. Der Gewinn der Bayern nach Steuern betrug 39,2 Millionen Euro, auch das eine neue Rekordmarke. Durch Merchandising, Champions-League-Prämien und TV-Gelder verdienen die Bayern deutlich mehr als andere Bundesligisten. Sie haben daher die finanziellen Möglichkeiten, ausländische Spieler mit Summen von einem Transfer zu überzeugen, bei dem die nationale Konkurrenz die Waffen strecken muss.

Deutschland FC Bayern München v FC Schalke 04 - Bundesliga (imago/IMAGEPOWER/M. Weber)

Bayern-Erfolgsgarant Robert Lewandowski wechselte 2014 von Borussia Dortmund nach München

Und auch bei Spielern, die von anderen Bundesligaklubs nach München wechseln, darf man davon ausgehen, dass sie durch den Transfer nicht ärmer werden. Außerdem kommt ein weiteres wichtiges Argument hinzu: Bayern München gewinnt regelmäßig Meisterschaften und DFB-Pokale und manchmal sogar die Champions League. Wer also mal eine Trophäe in Händen halten möchte, der geht - wenn er die Möglichkeit hat - doch eher nach München als nach Dortmund, Schalke, Leipzig oder Leverkusen.

3. Konstanz
"Gegen Bayern kann man mal verlieren", ist eine Interviewphrase, die gerne von Spielern oder Trainern geäußert wird, die mit ihrem Team gerade gegen die Münchener verloren haben. Viele Mannschaften treten zwar mit hoher Motivation gegen die Bayern an, wehren sich lange erfolgreich, aber sobald den Münchenern das 1:0 gelungen ist, erlahmt der Widerstand ein wenig - und sei es nur unterbewusst. Die Bayern dagegen wissen, dass sie immer in der Lage sind, doch noch das entscheidende Tor zum Sieg zu machen - egal wie die Partie zuvor gelaufen ist. Hinzu kommt, dass der FCB sich kaum Ausrutscher gegen vermeintlich schwächere Teams leistet, wie sie anderen deutschen Spitzenvereinen regelmäßig unterlaufen. Seit Beginn der Saison 2012/2013 haben die Bayern von knapp 200 Ligaspielen rund 80 Prozent gewonnen. Dagegen stehen weniger als zehn Prozent Niederlagen. Zum Vergleich: Borussia Dortmund, im betrachteten Zeitraum die zweitbeste Mannschaft, kommt auf etwa 55 Prozent gewonnene Spiele und 21 Prozent Niederlagen. Zahlen, die belegen: In einem einzelnen Spiel kann man die Bayern schlagen, über den Verlauf einer gesamten Saison nicht. Fazit: Deutscher Meister wird nur der FCB!

4. Mentalität

Bayern München Thomas Müller (picture-alliance/dpa/L. Perenyi)

"Mentalitäts-Monster" Thomas Müller

Das Wissen um die eigene Stärke hat mit der Mentalität der Bayern, dem "Mia san mia" zu tun. Wir sind wir, und wir sind die Besten. Ganz oben stehen die Bayern, danach kommt lange nichts - diese Einstellung inhaliert jeder Spieler täglich, weil Mitspieler, Trainer und Vereinsführung es so vorleben. Wer bei den Bayern spielt, muss sich im Kreise der Besten beweisen. Schafft er das nicht, fällt er früher oder später durch den Rost. Es gibt zahlreiche Beispiele, gestandener Profis und herausragender Talente, die trotz ihrer Qualitäten bei den Bayern nicht zurechtgekommen sind: Torsten Frings, Lukas Podolski, Mario Götze, Jan Schlaudraff, Nils Petersen, Jan Kirchhoff. Auf der anderen Seite bedeutet das für das Team der Bayern aber auch, dass hier nur solche Spieler einen Platz haben, die die harte Auslese überstanden haben, beziehungsweise immer wieder in der Lage sind, sie zu meistern.

5. Erfahrung
Bei Bayern München weiß man, wie man Titel gewinnt - und profitiert davon in jeder Saison aufs Neue. Bei anderen Teams, die bis zum Ende der Spielzeit ganz vorne mit dabei sind, schaltet sich irgendwann der Kopf ein und es beginnt das große Nachdenken: Schaffen wir es wirklich? Sind wir gut genug, Meister zu werden? Das kann den einen oder anderen Spieler hemmen und unter dem Strich zu schwächeren Leistungen und Ergebnissen auf der Zielgerade der Saison führen. Je länger ein Team keinen Titel gewonnen hat, und je höher die Erwartungen sind, umso größer die Gefahr, in diese "Psycho-Falle" zu tappen. Beste Beispiele sind Bayer Leverkusen (noch ohne Meisterschaft) und der FC Schalke 04 (letzter Meistertitel 1958), die sich bereits öfter auf den letzten Metern noch abfangen ließen und letztlich leer ausgingen. Bei den Bayern gibt es diese Gedanken nicht. Meister werden, ist hier normal, alles ab Rang zwei schon viel zu wenig für die eigenen hohen Ansprüche.

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