Exporte: Der letzte Monat vor der großen Krise | Wirtschaft | DW | 09.04.2020
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Globalisierung

Exporte: Der letzte Monat vor der großen Krise

Das ist die letzte Export-Bilanz vor der Corona-Krise. Im Februar sind die Ausfuhren deutscher Unternehmen insgesamt noch leicht gestiegen. Eingebrochen aber ist bereits das Geschäft mit China.

China Containerschiff im Hafen von Qingdao (Reuters/China Daily)

Im Hafen von Qingdao, China (im Februar)

Die deutschen Ausfuhren nach China gingen allein im Februar um 8,9 Prozent zurück. Sie fielen damit im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 6,8 Milliarden Euro. Die Importe aus China sanken noch stärker, nämlich um zwölf Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die Corona-Pandemie hatte in China ihren Ausgang.

An den Zahlen dürfte deutlich werden, was auf die deutsche Exportwirtschaft im Laufe der Corona-Krise noch zukommt. Im Februar aber stiegen die Ausfuhren aus dem Exportland Deutschland noch sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im Vergleich zum Vormonat. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Januar 2020 sogar noch um 1,3 % zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag das Plus bei 0,4 Prozent. 

"Vorbote des Sturms"

Schon im März aber dürfte die Coronavirus-Krise laut Statistischem Bundesamt für einen Einbruch gesorgt haben, auch wenn noch keine definitiven Zahlen vorliegen. Diese Tendenz wird sich wohl auch im April fortsetzen. Die gesamte Wirtschaft steht 2020 vor einer tiefen Rezession. Nach Prognosen der fünf wichtigsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute muss man im zweiten Quartal dieses Jahres mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um fast 10 Prozent rechnen.

"Der rückläufige Außenhandel mit China ist erst Vorbote des Sturms, der in den nächsten Monaten auf uns zurollt“, sagte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, zu den Export-Zahlen. Bingmann warnte aber auch: Renationalisierung von Produktion, die Verschärfung des Außenwirtschaftsgesetzes sowie die Schließung der Grenzen „setzen bedrohliche Zeichen für den deutschen Außenhandel“.

ar/hb (dpa, rtr, afp – Destatis)

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