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Euro-Finanzminister spielen auf Zeit

13. September 2013

Slowenien wird seit längerer Zeit als der nächste Pleitekandidat gehandelt. Doch das Land will keine Hilfe. Das kommt den Euro-Finanzministern entgegen, denn sie möchten der Bundesregierung bis zur Wahl Ruhe verschaffen.

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Vilnius (Foto: imago/Jochen Tack)
Litauen hat gerade die Ratpräsidentschaft der EU inneBild: imago stock&people

Die Eurogruppe sieht Slowenien trotz der enormen Probleme im Bankensektor nicht als nächsten Kandidaten für ein internationales Rettungspaket. Bei ihrem Treffen im litauischen Vilnius verbreiteten die Euro-Finanzminister am Freitag Zuversicht, dass das wirtschaftlich angeschlagene Euroland die Milliardenlücke in den Bilanzen seiner maroden Banken aus eigener Kraft schließen kann. "Wir vertrauen darauf, dass Slowenien die nötigen Schritte unternehmen wird", sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem.

Experten gehen von einer Kapitallücke in Höhe von 7,5 Milliarden Euro aus - das entspricht mehr als einem Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes. Laut EU-Diplomaten drängt die Europäische Zentralbank (EZB) darauf, dass das Land einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds ESM stellt - um die Märkte zu beruhigen und nicht wie im Fall Zyperns Notkredite bereitstellen zu müssen.

Grünes Licht für nächste Kreditrate an Zypern

Auf ihrer Sitzung in Vilnius gaben die Finanzminister der Eurozone grünes Licht für Auszahlung der nächsten Kreditrate von 1,5 Milliarden Euro an das krisengeschüttelte Zypern. "Zypern hält die Vorgaben ein", lobten die Ressortchefs. Der Inselstaat komme mit seinen Reformen etwa im Finanzbereich gut voran - müsse aber noch mehr tun.

Die Finanzierungslücke von Griechenland bis Ende 2014 war hingegen kein Thema des Treffens. Aus Rücksicht auf die Bundestagswahl in Deutschland am 22. September wurden die umstrittenen Themen vertagt.

zdh/gmf (dpa, rtr)