Erneut Proteste gegen höheres Rentenalter in Russland | Aktuell Europa | DW | 02.09.2018
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Russland

Erneut Proteste gegen höheres Rentenalter in Russland

In Russland haben erneut Tausende Menschen trotz der jüngsten Zugeständnisse von Präsident Putin gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters protestiert. Allein in Moskau gingen etwa 6000 Menschen auf die Straße.

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Russen gegen Rentenform

Viele Demonstranten trugen die roten Fahnen und Banner der Kommunistischen Partei mit sich, die die Demonstration organisiert hatte. "Heute protestieren wir in ganz Russland gegen die kannibalistische Reform", sagte der langjährige Parteichef Gennadi Sjuganow. Auch in anderen Städten gab es nach Medienangaben Kundgebungen.

Am vergangenen Mittwoch hatte Präsident Wladimir Putin im Streit um das Rentenalter Zugeständnisse gemacht. Er kündigte an, das Renteneintrittsalter für Frauen nicht so stark zu erhöhen wie ursprünglich geplant. Sie sollen künftig mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen, fünf Jahre später als derzeit. Für Männer soll weiterhin ein Rentenalter von 65 Jahren gelten, derzeit liegt es bei 60 Jahren. Zugleich erklärte er aber, eine Rentenreform sei wegen des demografischen Wandels unumgänglich.

Mehrheit gegen Rentenreform

Umfragen zufolge lehnen 90 Prozent der Russen die Reform ab. Kritiker hatten darauf hingewiesen, dass durch die ursprünglich geplante Erhöhung des Eintrittsalters dieses in einigen Regionen höher liegen würde als die durchschnittliche Lebenserwartung.

Russland leidet wie Deutschland darunter, dass immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Allerdings sind die meisten russischen Renten so niedrig, dass viele Ruheständler ohnehin dazuverdienen müssen. Die Lebenserwartung russischer Männer liegt im Durchschnitt bei 66 Jahren, so dass viele von ihnen das neue Rentenalter gar nicht erreichen werden - vor allem in armen Regionen.

HF/hk (rtr, dpa)

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