Erfolgreicher Test für Japans nächsten Superzug | Aktuell Asien | DW | 16.05.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Mobilität

Erfolgreicher Test für Japans nächsten Superzug

Der ALFA-X könnte der weltweit schnellste Zug auf Rädern werden. Bei Testfahrten erreichte er bereits 320 km/h. Ab 2030 soll die neue Generation des "Shinkansen" mit noch höherer Geschwindigkeit eingesetzt werden.

Japan Prototyp neuer Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug (picture-alliance/Kyodo)

Die neue Generation des "Shinkansen"

Sie sind immer pünktlich und hatten noch nie einen Unfall. Aber damit nicht genug: Die neue Generation des japanischen "Shinkansen"-Superzugs soll künftig mit 360 km/h im Alltagsbetrieb zu den schnellsten Zügen auf Rädern gehören. Im Norden des Landes zwischen Sendai und Morioka wurde der neue fast 100 Millionen Euro teure Zug unter dem Namen ALFA-X jetzt getestet – bisher kommt er auf "nur" 320 km/h. Aber ab 2030 soll er mit neuer Höchstgeschwindigkeit die Reisezeit zwischen Japans Großstädten weiter verkürzen. Während in China ein ähnlich schneller Zug geplant ist, hinkt der deutsche ICE etwas hinterher: Unter Testbedingungen ist er zwar schon über 400 km/h gefahren, im Alltag erreicht er aber nur 300 km/h - und das auch nur streckenweise zwischen Berlin und München.

Japan Prototyp neuer Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug (Imago Images/Kyodo)

Der Führerstand des neuen "Shinkansen"

Der Stolz der Nation hat ein Maskottchen

Als Deutschland in den 1960er Jahren vermehrt auf den Individualverkehr mit Autos setzte, führte Japan die "Shinkansen"-Züge ein, um den Mobiliätsansprüchen der damals rasant wachsenden Wirtschaft gerecht zu werden. Seitdem wurde das Schienennetz für Hochgeschwindigkeitszüge kontinuierlich ausgebaut, sodass der "Shinkansen" heute auf seinen acht Hauptstrecken mehr als 1000 Fahrten pro Tag absolviert. Die gut 500 Kilometer zwischen Tokio und Osaka legt er beispielsweise in weniger als 2,5 Stunden zurück. Seine durchschnittliche Verspätung liegt unter einer Minute und in über 50 Jahren kam es zu keinem einzigen tödlichen Unfall. Das liegt auch an einem hochmodernen Erdbebenfrühwarnsystem, das die Züge bei Erdstößen automatisch stoppt.

Da verwundert es nicht, dass der "Shinkansen" als Symbol japanischer Technologie gilt. Er hat sein eigenes Maskottchen, es gibt "Shinkansen"-Spielzeug und die meisten Japaner kennen noch heute das Kinderlied, das zu seiner Einführung 1964 komponiert wurde. 

pb/uh (afp)

Die Redaktion empfiehlt