Erfolgreich in einer Tonne über den Atlantik | Aktuell Europa | DW | 09.05.2019
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Von den Kanaren in die Karibik

Erfolgreich in einer Tonne über den Atlantik

Ein französischer Abenteurer hat mit einem Sperrholzfass den Atlantik überquert und ist nach gut vier Monaten am Ziel. Der 72-jährige Jean-Jacques Savin ist auf der Karibikinsel Martinique angekommen.

Am 27. April hatte Jean-Jacques Savin sein Abenteuer bereits für erfolgreich beendet erklärt, nachdem er den Längengrad zur Karibik überquert hatte. Am vergangen Freitag verließ er dann nach 127 Tagen und knapp 6000 Kilometern auf hoher See seine orangefarbene Sperrholztonne. Zunächst ging er an Bord eines Öltankers und reiste auf die niederländische Karibikinsel Sint Eustatius. Von dort ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel der Reise, der Insel Martinique. In dem französischen Überseedépartement wartete seine Familie auf ihn.

Der Triathlet war am 26. Dezember von der spanischen Kanareninsel El Hierro aus in See gestochen - in einem Fass ohne eigenen Antrieb. Nur der Wind und Strömungen brachten das etwa drei Meter lange und zwei Meter breite Gefährt voran.

Ankunft Jean-Jacques Savin auf der Karibikinsel Martinique (Getty ImagesAFP/L. Chamoiseau)

Klein aber mein - Savin in seiner "Reisetonne"

Auf sein Abenteuer hatte sich Savin monatelang vorbereitet. Seine Tonne hatte er sich in einer französischen Werft eigens für die Überfahrt anfertigen lassen. Sie ist knapp drei Meter lang und 2,10 Meter breit. Das Fass ist häuslich eingerichtet: Es gibt ein Bett, eine kleine Küche und einen Schreibtisch.

Zuletzt gingen Sapin nach eigenen Angaben die Pfeile für seine Harpune aus, er konnte keine Fische mehr fangen. Es blieben noch einige Dosen Thunfisch - er musste sein Essen rationieren. Am meisten genoss Savin auf seinen sechs Quadratmetern die "wunderbaren" Sonnenauf- und -untergänge über dem Meer, wie er von unterwegs in seinem Reisetagebuch auf Facebook schrieb.

Ankunft Jean-Jacques Savin auf der Karibikinsel Martinique (Getty ImagesAFP/L. Chamoiseau)

Am Ziel - Savin mit Helfern im Hafen von Fort-de-France

Inspiriert zu seiner Reise habe ihn der Segler Alain Bombard, so Sapin. Der überquerte 1952 mit einem Schlauchboot und ohne Proviant den Atlantik und ernährte sich unterwegs von Fischen und anderen Meerestieren.

Ursprünglich sollte Sapins Atlantiküberquerung drei Monate dauern, doch Stürme machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Zwischendurch kollidierte er zudem beinahe mit einem Frachtschiff.

qu/uh (afp,dpa)

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