EM-Favorit Belgien besiegt Russland | Sport | DW | 12.06.2021
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EURO 2020

EM-Favorit Belgien besiegt Russland

Angeführt von Torjäger Romelu Lukaku beweisen die "Roten Teufel" ihre Klasse. EM-Debütant Finnland sich gegen Dänemark durch. Das Spiel wird überschattet vom Zusammenbruch Christian Eriksens. Die Schweiz enttäuscht.

Standesgemäß hat EM-Favorit Belgien seine erste Aufgabe bei der EURO 2020 gelöst: In Gruppe B besiegten die Belgier Russland mit 3:0 (2:0). Vor rund 26.000 Zuschauern in der Arena von St. Petersburg erzielten Doppeltorschütze Romelu Lukaku und Borussia Dortmunds Thomas Meunier die Treffer.

Lukaku, Torjäger in Diensten des italienischen Meisters Inter Mailand, profitierte von einem Fehler in der russischen Hintermannschaft. Innenverteidiger Andrej Semjonow brachte einen langen Ball im eigenen Strafraum nicht unter Kontrolle, lenkte ihn aber entscheidend ab und hob damit die Abseitsstellung Lukakus auf, der in seinem Rücken lauerte. Der 28-Jährige drehte sich blitzschnell um die eigene Achse und traf ins lange Eck (10. Minute). 

Beim zweiten belgischen Treffer sah Russlands Torhüter Anton Schunin nicht gut aus. Er ließ eine Flanke des BVB-Profis Thorgan Hazard nach vorne abklatschen, Meunier konnte locker abstauben (34.). In der zweiten Halbzeit kontrollierte Belgien das Geschehen. Insgesamt wachte Russland angetrieben von den eigenen Fans zu spät auf und sorgte erst im Schlussdrittel des Spiels für Drangphasen. Ein Treffer gelang der Sbornaja aber nicht. Stattdessen schlug es nach einem Konter noch einmal im eigenen Tor ein: Lukaku hatte nach Vorarbeit von Meunier zum zweiten Mal getroffen (88.).

Eriksen kollabiert auf dem Platz

Zuvor hatten sich beim ersten Spiel der Gruppe B zwischen Dänemark und Finnland in Kopenhagen dramatische Szenen abgespielt: Die Partie musste nach einem Zusammenbruch des dänischen Mittelfeldstars Christian Eriksen unterbrochen werden. Nach 43 Minuten und beim Stand von 0:0 war der Profi von Inter Mailand im Laufen einfach umgefallen und reglos liegengeblieben. Minutenlang wurde er behandelt und musste von den herbeigeeilten Sanitätern und Notärzten sogar reanimiert werden, während seine geschockten Mitspieler einen Kreis bildeten und den 29-Jährigen gegen die Blicke der 15.900 Zuschauer und vor den Fernsehkameras abschirmten.

Schließlich konnte Eriksen auf einer Trage vom Feld und ins Krankenhaus gebracht werden. Er war wieder bei Bewusstsein. Sein Zustand sei "stabilisiert" worden, teilte die UEFA mit. Das um 18 Uhr MESZ angepfiffene Spiel wurde nach langer Unterbrechung erst um 20:30 Uhr fortgesetzt, nachdem die UEFA bei den restlichen Spielern nachgefragt hatte, ob sie noch einmal auf den Platz zurück wollten. Offenbar hatte es in der Kabine via Mobiltelefon auch Kontakt zwischen den dänischen Spielern und Christian Eriksen im Krankenhaus gegeben. Eriksen soll seine Teamkollegen dabei gebeten haben, das Spiel fortzusetzen. 

Pohjanpalo trifft, Hradecky hält Elfmeter

Nach Wiederbeginn waren die Dänen, wie schon im ersten Teil des Spiels, die dominierende Mannschaft. Insgesamt 18 Mal hatten sie auf das vom Leverkusener Torwart Lukas Hradecky gehütete Tor geschossen, ohne zu treffen. Stattdessen erzielten die Finnen mit dem ersten Torschuss die Führung: Joel Pohjanpalo, Bundesliga-Stürmer in Diensten Union Berlins, traf per Kopfballaufsetzer zum überraschenden 1:0 für Finnland, das erstmals in seiner Verbandsgeschichte bei einem großen Turnier dabei ist (60.).

EURO 2020 - Dänemark - Finnland | Tor Joel Pohjanpalo

Hechtsprung ins Glück: Joel Pohjanpalo überwindet Dänemarks Schlussmann Kasper Schmeichel

Etwas mehr als eine Viertelstunde vor Ende der Partie hatte Dänemark nach einem Foul an Leipzigs Yussuf Poulsen im finnischen Strafraum die Riesenchance auf den Ausgleich: Der ehemalige Bayern-Profi Pierre-Emile Höjbjerg trat zum Foulelfmeter an, schob den Ball aber ohne viel Wucht flach in die Ecke, für die auch Hradecky sich entschieden hatte. Locker parierte der Leverkusener den Ball und verhinderte den ersten Treffer Dänemarks (74.). Letztlich rettete Finnland das 1:0 (0:0) über die Zeit und sorgte nach dem Schock nach Christian Eriksens Zusammenbruch für die erste Überraschung bei der EURO 2020.

Wales rettet Punkt gegen die Schweiz

Ähnlich groß wie die Freude bei den Finnen und ihren Fans war zuvor die Enttäuschung bei den Schweizern. Sie hatten sich beim EM-Auftakt gegen den vermeintlichen Außenseiter Wales mehr ausgerechnet als "nur" ein 1:1 (0:0). Nachdem Bundesliga-Profi Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach die Eidgenossen vor knapp 8.800 Zuschauern im Stadion von Baku kurz nach der Pause durch einen Kopfballtreffer nach einer Ecke verdient in Führung gebracht hatte (49. Minute), verpassten es die Schweizer anschließend, das Spiel endgültig zu entscheiden. Stattdessen gelang Wales durch Kieffer Moore, der ebenfalls per Kopfball nach einem Eckball traf, noch der Ausgleich (74.).

Euro 2020 | Wales - Schweiz | Tor Moore

Torschütze Moore hatte sich in der ersten Halbzeit leicht am Kopf verletzt und musste bandagiert werden

Einem weiteren Treffer der Schweiz durch Mario Gavranovic in der Schlussphase wurde wegen Abseitsstellung die Anerkennung versagt (85.). In der 90. Minute scheiterte Embolo mit einem Kopfball am starken Wales-Keeper Danny Ward und vergab die letzte Chance auf den Sieg. 

Die Schweiz und ihr Trainer Vladimir Petkovic stehen nach dem Punktverlust zum Auftakt in ihrem zweiten Gruppenspiel in Gruppe A gegen EM-Auftaktsieger Italien am kommenden Mittwoch bereits unter Druck. Wales trifft dann auf die Türkei.

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