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Politik

Elektrizitätswerk im Gazastreifen außer Betrieb

16. April 2017

Wegen Treibstoffmangels musste im Gazastreifen das einzige Kraftwerk abgeschaltet werden - mit schweren Folgen für die Einwohner. Trinkwasser und die medizinische Versorgung wird knapp.

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Vor dem Kraftwerk im Gazastreifen fährt ein Junge mit seinem Fahrrad. (Foto: picture alliance/ZUMAPRESS/M. Fathi)
Bild: picture alliance/ZUMAPRESS/M. Fathi

Nur noch sechs Stunden am Tag könnten jetzt die rund zwei Millionen Einwohner der palästinensischen Küstenenklave mit Strom versorgt werden, teilte die örtliche Energiebehörde mit. Der Chef des Stromversorgers, Samir Metir, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das E-Werk könne mangels Treibstoff nicht weiter betrieben werden. Metir kündigte an, dass die Stromversorgung nun weiter reduziert werde.

Offene Rechnungen

Zuvor war ein Streit zwischen der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde unter der Leitung von Präsident Mahmud Abbas über unbezahlte Rechnungen entbrannt. Zwischen den Behörden im Gazastreifen und der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland gebe es Meinungsverschiedenheiten über den Steueranteil, der auf den Treibstoff entfalle, so Metir. Um die Kosten für den Treibstoff zu begleichen, gibt es bisweilen Zahlungen aus der Türkei und aus Katar.

Heikle Versorgungssituation

Üblicherweise gibt es im Gazastreifen nur zwei Mal täglich rund acht Stunden lang Strom. Das nunmehr stillgelegte Kraftwerk liefert rund 40 Prozent des Stroms im Gazastreifen, ein weiterer Teil wird aus Israel und Ägypten gekauft. Die Gesundheitsbehörde in Gaza warnte vor schweren Auswirkungen des Strommangels auf die medizinische Versorgung in dem Küstenstreifen. Es wird befürchtet, dass das Abschalten des Kraftwerks auch die Versorgung der Einwohner des von Israel und Ägypten blockierten Gazastreifens mit Trinkwasser gefährden könnte. Die internationale Hilfsorganisation Oxfam hatte zuletzt vor einer gefährlichen Krise bei der Wasserversorgung und sanitären Lage in dem Palästinensergebiet gewarnt.

pab/qu (afp, dpa)