Eintracht Frankfurt feiert Pokalsensation | Sport | DW | 19.05.2018
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DFB-Pokalfinale

Eintracht Frankfurt feiert Pokalsensation

Frankfurt düpiert den haushohen Favoriten FC Bayern und gewinnt überraschend den DFB-Pokal. Die Mannschaft des künftigen Bayern-Trainers Niko Kovac startet damit in der kommenden Saison in der Europa League.

An Spannung war dieses Duell nicht zu überbieten. Am Ende gab es dann den Überraschungssieger aus Frankfurt und ziemlich enttäuschte Bayern, die ihrem Trainer Jupp Heynckes eigentlich das Double zum Abschied schenken wollten. Anders gesprochen: Niko Kovac hat Jupp Heynckes den Renteneintritt kräftig vermiest und Eintracht Frankfurt zum Abschied sensationell den ersten Pokalsieg seit genau 30 Jahren geschenkt. Der Trainer entzauberte seinen künftigen Verein Bayern München beim 3:1 (1:0) im 75. Cup-Endspiel mit Hilfe des Doppel-Torschützen Ante Rebic.

Das Duell Kovic - Heynckes

Kovac führte die Eintracht mit dem fünften Pokalsieg der Klubgeschichte in die Europa League. Es war das von Sportvorstand Fredi Bobic ersehnte "Hollywood-Ende" für den Coach nach etwas über zwei Jahren in Frankfurt - dank Rebic. Der Kroate traf in der 11. und 82. Minute und wurde als Spieler des Pokalfinals ausgezeichnet.

Fußball DFB Pokal Finale Bayern München Eintracht Frankfurt Torjubel (Reuters/M. Dalder)

Doppeltorschütze Ante Rebic (li) wird Spieler des Pokalfinals

Mijat Gacinovic (90.+6) sorgte in der Nachspielzeit für die Entscheidung. Robert Lewandowski (53.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.
Der große Heynckes dagegen verließ die große Bühne trotz der 28. Meisterschaft als Verlierer, wie zuvor bereits im Halbfinale der Champions League. Für die Bayern, die erstmals seit März 2010 gegen die Hessen verloren, war es im 22. Pokal-Finale erst die vierte Niederlage nach 1985, 1999 und 2012. 
"Ein Kompliment an diese Mannschaft. Alle haben gesagt, dass wir aus dem Stadion geschossen werden. Aber wir haben Herz gezeigt und Bayern aus dem Stadion geschossen", sagte Frankfurts Führungsspieler Kevin-Prince Boateng.

Ohne echten Stürmer zum Erfolg

Die Eintracht versuchte dem Favoriten mit giftiger Zweikampfführung den Schneid abzukaufen. Dazu überraschte Kovac mit seiner Aufstellung ohne echten Stürmer, Kevin-Prince Boateng gab wie Mitte April in Leverkusen (1:4) den "Neuner". Eine Mauertaktik war dies freilich nicht, der Underdog begann mutig. Die erste große Chance aber hatten die Bayern, als Robert Lewandowski mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze die Latte traf (8.). Nur drei Minuten später der Schock für die Roten: Rebic, der schon im Vorjahresfinale gegen Dortmund (1:2) getroffen hatte, luchste James einen schlampig gespielten Ball ab, überließ diesen Mitspieler Boateng und sprintete zur Mittelstürmer-Position. Dort bediente ihn Boateng mustergültig, Bayern-Torwart Sven Ulreich war beim Abschluss ohne Abwehrchance.

Bayern vergibt Torchancen und Double

Kapitän Manuel Neuer, der wie erwartet erstmals seit seinem Fußbruch im September auf der Bank saß, sah in der Folge machtlos zu, wie seine Kollegen anrannten. Spielführer Thomas Müller (17./33.), Joshua Kimmich (24.) und Lewandowski (25.) vergaben in einer zunehmend hitzigen Begegnung beste Gelegenheiten. Die cleveren Frankfurter Balldiebe verlegten sich auf Konter, ihre Nadelstiche saßen aber selten.

Kurz vor der zweiten Halbzeit brannten beide Fanlager umfangreich Pyrotechnik ab, der Anpfiff verzögerte sich dadurch um einige Minuten. Im Berliner Feuer-Nebel drängten die Bayern weiter auf das 1:1, bis Lewandowski sie nach Kimmichs Hereingabe und Müllers klugem Durchlassen erlöste. Der Pole hatte Glück, dass Omar Mascarell den Ball abfälschte.

Wer geglaubt hatte, dass die großen Bayern die Eintracht jetzt überrennen würden, sah sich getäuscht. Frankfurt steckte den Rückschlag schnell weg und traute sich weiter etwas zu, Ulreich hatte gut zu tun. Bei den Bayern köpfte Mats Hummels an die Latte (80.), dann schockte Rebic nach der ersten Videobeweis-Entscheidung in einem DFB-Pokalfinale mit seinem zweiten Treffer den Favoriten und schoss die Eintracht ins Glück. In der Nachspielzeit verwehrte Schiedsrichter Felix Zwayer den Münchnern einen möglichen Elfmeter, dann sorgte Gacinovic für die Entscheidung, als Ulreich stürmte und sein Tor verlassen hatte. 

mrl/sn (sid und dpa)

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