Ein Jahr im Präsidentenamt: Donald Trump als ″Coverboy″ | Lebensart | DW | 19.01.2018
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Lebensart

Ein Jahr im Präsidentenamt: Donald Trump als "Coverboy"

Wie reagieren Berichterstatter auf einen Präsidenten, der sich wie eine Witzfigur verhält? Im ersten Amtsjahr von Donald Trump haben Redakteure und Illustratoren ihrer Kreativität freien Lauf gelassen.

Der erste Schock hatte sich bereits etwas gelegt am 20. Januar 2017, wenigstens kurzfristig. Donald Trump - Immobilienmogul, Lautsprecher und Selbstdarsteller - hatte am 8. November 2016 für die Republikaner die Präsidentschaftswahl gewonnen, zur großen Verwunderung der meisten politischen Beobachter. Seitdem war dennoch die leise Hoffnung aufgekeimt, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten werde vielleicht gemäßigter auftreten als der Wahlkämpfer Trump, der sich erst despektierlich gegen die innerparteiliche Konkurrenz durchgesetzt und anschließend seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton angegriffen hatte.

Keine Hoffnung auf Mäßigung

Am 20. Januar holte die Realität solche Gedankenspiele jedoch schlagartig wieder ein. Trump ließ sich vor dem Kapitol in Washington vereidigen und wandte sich anschließend in einer Rede an seine Landsleute, die keine Zweifel daran ließ, wie er und sein Gefolge sich die kommenden vier Jahre vorstellten: eine Kampfansage an alle Gegner samt des wiederkehrenden Mantras "America first".

Schon die Feierlichkeiten rund um die Vereidigung lieferten Stoff für die Fortsetzung der Fehde zwischen den Medien und dem Twittersüchtigen Präsidenten, der ablehnte, den Nutzernamen @potus (Abkürzung für "President of the United States") von Amtsvorgänger Barack Obama zu übernehmen und stattdessen seinen privaten Account weiter nutzte.

China Hundeskulptur als Trump (picture-alliance/MAXPPP/Yinming)

Trump als Hundeskulptur in Taiyuan, China

"Fake News" unterstellt er seitdem allen, die kritisch über ihn berichten. Das nimmt häufig bizarre Ausmaße an. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit, als Trump darauf pochte, es seien noch nie in der Geschichte des Landes so viele Menschen zur Vereidigung eines Präsidenten gekommen wie zu seiner, verdrehte er die Wirklichkeit. Sein Stab legte zur Bestätigung nachweislich falsche Daten vor und sprach von "alternativen Fakten".

Für die seriösen Berichterstatter ist die Präsidentschaft Trumps seither eine Herausforderung, ebenso für Satiriker: Was bleibt noch an Witz, wenn sich der Protagonist permanent selbst lächerlich macht?

Trump im Spiegel der Satire

Während im chinesischen Taiyuan zu Weihnachten ein Trump-Hund vor einem Einkaufszentrum wachte, fanden die internationalen Redakteure, Grafiker und Illustratoren einen Weg, mit den Eigenheiten des breitbeinig und launisch auftretenden US-Präsidenten umzugehen: Sie spielten in Karikaturen und auf den Titeln ihrer Magazine mit den neuen Möglichkeiten, variierten zwischen leisen Tönen und derben Vergleichen.

In unserer Bildergalerie oben bilden wir Donald Trumps erstes Jahr als US-Präsident in einer Auswahl von Zeitschriftencovern ab.

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