Ein Funken Hoffnung für Asia Bibi | Aktuell Asien | DW | 22.07.2015
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Aktuell Asien

Ein Funken Hoffnung für Asia Bibi

Asia Bibi soll sich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert haben. Ein pakistanisches Gericht verurteilte die Christin zum Tode. Ihr Fall sorgte für internationales Aufsehen. Nun gibt es eine neue Anhörung.

Pakistans Oberstes Gericht hat die Hinrichtung der wegen Gotteslästerung verurteilten Christin Asia Bibi vorübergehend ausgesetzt. Das Todesurteil dürfe nicht vollstreckt werden, solange die Höchstrichter mit dem Fall befasst seien, sagte ihr Anwalt Saiful Malook. Ihr Fall werde neu angehört, entschied ein Gremium von drei Richtern in Islamabad laut pakistanischen Medien. Asia Bibi war 2009 festgenommen worden. Bei einem Streit mit muslimischen Frauen soll sich die fünffache Mutter angeblich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert haben. Ein Jahr später wurde sie zum Tode verurteilt. Sie selbst bestreitet die von ihren Arbeitskollegen angebrachten Vorwürfe. Die Todesstrafe wurde im Oktober 2014 vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt. Mittlerweile ist sie wegen der Blasphemievorwürfe seit sechs Jahren in Haft.

Audienz beim Papst

Der Fall sorgte für internationales Aufsehen. Asia Bibi schriebe aus ihrer Todeszelle an den Vatikan und bat den Papst um Gebet und Hilfe. Im April empfing Papst Franziskus ihren Ehemann und eine Tochter. Schon früher hatten sich die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus öffentlich und auf diplomatischem Weg für ihre Freilassung eingesetzt.

Familie von Asia Bibi Pakistan (Foto: picture alliance/dpa)

In Sorge um ihre Mutter: die Töchter von Asia Bibi mit ihrem Ehemann

Die Britisch-Pakistanische Christliche Vereinigung (BPCA) bewertete den jetzigen Entscheid des Obersten Gerichts in Islamabad als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Die Annahme der Berufungsbeschwerde bedeute, dass die Richter möglicherweise Gründe für eine Entlastung sehen. Ihr Anwalt hatte in vergangenen Verhandlungen auf eine mögliche Manipulation von Beweismitteln hingewiesen. Malook sagte, die Anschuldigung der Blasphemie wurde von Bibis Feinden ausgeheckt, undwürden einen Tatbestand nicht erfüllen.

Kaum Hoffnung auf schnelle Freilassung

Bibi ist die erste Frau, die in Pakistan aufgrund des umstrittenen Blasphemiegesetzes zum Tode verurteilt worden war. Mehr als 570.000 Menschen weltweit unterzeichneten in den vergangenen Monaten eine Petition an die pakistanischen Behörden, in der diese aufgefordert werden, die Christin freizulassen. Zahlreiche Politiker, Menschenrechtsgruppen, der Weltkirchenrat und religiöse Führer hatten sich bislang erfolglos für eine Freilassung der Christin eingesetzt. Todesurteile wegen Gotteslästerung wurden in Pakistan in den vergangenen Jahren nicht vollstreckt. Beschuldigte wurden aber häufiger von Islamisten ermordet. 2011 wurde ein Provinzgouverneur ermordet, der sich für Bibi eingesetzt hatte.

pab/kle (afp, dpa, kna)

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