Drohungen gegen Muslime in der Keupstraße in Köln | Aktuell Deutschland | DW | 08.06.2019
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Terror

Drohungen gegen Muslime in der Keupstraße in Köln

"Eure Invasion in unser Land wird scheitern", steht auf dem Zettel. Gefunden wurde er in der Kölner Keupstraße, wenige Tage vor dem Jahrestag des NSU-Anschlags dort. Mit dem Flugblatt wird den Muslimen gedroht.

Am Sonntag jährt sich der Nagelbomben-Anschlag der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in der Kölner Keupstraße (Artikelbild Archiv) zum 15. Mal. Offenbar gibt es dort Menschen, denen das Gedankengut der Attentäter von damals sehr nah ist. Jedenfalls sind in dem Viertel, in dem viele aus der Türkei stammende Familien leben, Flugblätter mit rechtsextremistischen Inhalten verteilt worden. Die Flyer seien im Ortsteil Mülheim von bislang Unbekannten ausgegeben worden, teilte die Polizei mit. Einige in unfrankierten Briefumschlägen verpackte Zettel wurden von Anwohnern in Briefkästen aufgefunden und von der Polizei sichergestellt. Der Staatsschutz ermittelt.

"Atomwaffendivision"

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) veröffentlichte Bilder und Textauszüge des Schriftstücks. "Moslems in Deutschland! Eure Invasion in unser Land wird scheitern. Das deutsche Volks wacht auf, und wir erkennen immer klarer, dass ihr Feinde seid, und uns hasst", heißt es dort unter anderem. Das Blatt trägt den Titel bzw. Absender-Hinweis "Atomwaffendivision Deutschland", offenbar in Anlehnung an die rechtsextremistische Gruppe "Atomwaffen Division" aus den USA, wie der WDR weiter berichtet.

Deutschland Flugblatt Köln Mülheim Atomwaffendevision Deutschland (WDR)

Das Flugblatt, mit dem sich nun die Polizei beschäftigt

Neben Aufrufen zur Gewalt enthalten die Flugblätter auch Hakenkreuz-Darstellungen. Verteilt wurden die Flyer nach Polizeiangaben zwischen dem 29. Mai und dem 3. Juni - dies sei aber erst jetzt über soziale Medien überregional bekannt geworden.

Vor dem Straßenfest

Am Sonntag ist auf der Keupstraße im Stadtteil Mülheim ein Straßenfest anlässlich des 15. Jahrestags des dortigen Nagelbombenanschlags geplant. Die Polizei erklärte, es lägen bislang "keine konkreten Gefährdungserkenntnisse" vor. Unabhängig davon würden wie in den Vorjahren Polizeikräfte vor Ort sein, hieß es.

Die Terrorgruppe NSU ist für eine Serie von Morden und Mordversuchen mit insgesamt zehn Toten und dutzenden Verletzten verantwortlich. Am 9. Juni 2004 hatte der Nagelbombenanschlag des Terror-Trios die von vielen türkischen Geschäften geprägte Keupstraße erschüttert. 22 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere lebensgefährlich.

ml/kle (afp, WDR)

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