Dresden protestiert gegen Pegida | Aktuell Deutschland | DW | 20.10.2019
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Demonstrationen

Dresden protestiert gegen Pegida

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" sind in Dresden Tausende Menschen gegen die islam- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung auf die Straße gegangen. Die Veranstaltung verlief weitestgehend friedlich.

Deutschland Protest gegen Pegida in Dresden zum fünfjährigen Bestehen (picture-alliance/dpa/M. Rietschel)

Versammlung in der Dresdner Innenstadt: Menschen aus ganz Sachsen stellten sich gegen die Hetze von Pegida

Mehrere Tausend Menschen haben an Demonstrationen gegen die Pegida-Bewegung in Dresden teilgenommen. Die islam- und ausländerfeindliche Bewegung, die regelmäßig montags zu Veranstaltungen gegen Flüchtlinge und den Islam mobil macht, veranstaltete eine Kundgebung zu ihrem fünfjährigen Bestehen auf dem Dresdner Neumarkt. Nach Angaben eines Sprechers der Initiative "Herz statt Hetze" versammelten sich rund 8000 Menschen hinter der Forderung nach Toleranz und Weltoffenheit. Die Polizei machte keine genauen Angaben zur Zahl der Teilnehmer auf beiden Seiten. Bei der Kundgebung von "Herz statt Hetze" sprachen nach Angaben der Initiative Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der Leiter der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie, Michael Hurshell, als Vertreter der Jüdischen Gemeinde.

Der Sprecher von "Herz statt Hetze" wertete die Proteste gegen Pegida als Erfolg. Ein Polizeisprecher sprach von einem insgesamt ruhigen Verlauf angesichts Tausender Teilnehmer. Aufseiten der Pegida-Veranstaltung kam es aber auch zu strafrechtlich relevanten Zwischenfällen. So teilte die Polizei auf Twitter mit, dass ein 62-Jähriger den Hitlergruß gezeigt habe. Von zwei weiteren Teilnehmern der Pegida-Demo wurden die Personalien wegen der Vorwurfs der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole aufgenommen.

Buttersäure auf Gegendemonstranten  

Zudem wurde nach Polizeiangaben aus der Pegida-Versammlung heraus eine übelriechende Substanz auf die Gegendemonstranten geworfen. Dabei sei aber niemand verletzt worden, sagte der Polizeisprecher. Es wurden Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Wie ein Demonstrationsteilnehmer auf Twitter berichtete, handelte es sich um Buttersäure.

Deutschland Protest gegen Pegida in Dresden zum fünfjährigen Bestehen (picture-alliance/dpa/M. Rietschel)

Nach Veranstalterangaben kamen rund 8.000 Menschen zur Gegendemo

Unterstützung für die Gegendemonstranten hatten auch Bündnisse aus Leipzig und Chemnitz angekündigt. Es dürfe nicht unwidersprochen bleiben, dass das Pegida-Bündnis seinen fünften Jahrestag feiern wolle, erklärten sie. 

Pegida-Redner bekundet Schulterschluss mit der AfD

Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" ) versammelt sich seit Oktober 2014 in der Regel montags zu Demonstrationen in Dresden. Die Bewegung machte seither fast jeden Montag gegen Flüchtlinge Stimmung und radikalisierte sich zunehmend. Der mehrfach vorbestrafte Pegida-Anführer Lutz Bachmann wurde unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt. 

Regelmäßig sind auch AfD-Politiker zu Gast, etwa der thüringische Parteichef Björn Höcke. Zuletzt war auch der jüngst zum Vizepräsidenten des sächsischen Landtags gewählte AfD-Politiker André Wendt bei Pegida gesehen worden. Bei der Pegida-Kundgebung am Sonntag bekundeten Redner den Schulterschluss mit der AfD. Scharf angegriffen wurden unter anderem die evangelische Kirche und die Medien, speziell der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Wiederholt skandierten Teilnehmer wie bereits in der Vergangenheit den Ruf "Lügenpresse".
 
sth/uh (epd, afp, dpa)

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