Drei Flüchtlingsdramen in der Ägäis | Aktuell Europa | DW | 30.10.2015
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Aktuell Europa

Drei Flüchtlingsdramen in der Ägäis

In der Nacht ertranken mindestens 26 Menschen vor griechischen Inseln. Ministerpräsident Tsipras fühlt nach eigenem Bekunden Scham angesichts der "Unfähigkeit Europas, seine Werte zu verteidigen".

Bei insgesamt drei Bootsunglücken in der Ägäis sind erneut mindestens 26 Flüchtlinge ums Leben gekommen, darunter 17 Kinder. Griechische Rettungskräfte bargen bis Freitagmorgen 22 Tote, die türkische Nachrichtenagentur Dogan meldete den Tod von vier weiteren syrischen Kindern. Er fühle "Scham" angesichts der "Unfähigkeit Europas, seine Werte zu verteidigen", sagte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Kalymnos, Rhodos, Lesbos, Samos

Nach dem Untergang von zwei Flüchtlingsbooten vor den Inseln Kalymnos und Rhodos konnte die griechische Küstenwache 144 Menschen aus dem Meer retten. 22 Menschen ertranken, darunter 13 Kinder. Die türkische Küstenwache barg zudem die Leichen von vier Kindern; 19 Flüchtlinge wurden gerettet. Das verunglückte Boot war auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos.

Etliche der griechischen Inseln in der Ägäis liegen zwar nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt, doch kommt es bei der Überfahrt immer wieder zu tödlichen Unglücken. Erst am Mittwoch waren vor Lesbos und Samos 17 Flüchtlinge ertrunken.

Dem Horror - vorerst - entronnen: Ein Flüchtlingsmädchen am Strand der Insel Lesbos (Foto: picture-alliance/dpa/S. Baltagiannis)

Dem Horror - vorerst - entronnen: Ein Flüchtlingsmädchen am Strand der Insel Lesbos

Trotz der kühlen Temperaturen und der rauen See machen sich weiter jeden Tag Hunderte Menschen auf den Weg von der Türkei zu den nahen griechischen Inseln, um die EU zu erreichen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnte, dass sich die Lage der Menschen durch die rauen Wetterverhältnisse noch verschlechtere.

Tsipras: Ägäis darf nicht zu einem Friedhof werden

Tsipras sagte vor dem Parlament in Athen, es sei "unsere erste Pflicht, Menschenleben zu retten". Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Ägäis "zu einem Friedhof wird". Der griechische Regierungschef erinnerte die Türkei daran, dass sie verpflichtet sei, den Andrang von Menschen aufzuhalten.

Vor der spanischen Küste wird derweil weiter nach 35 Flüchtlingen gesucht, deren Boot am Mittwoch auf der Überfahrt von Marokko gesunken war. Zuletzt waren vier Leichen geborgen worden.

sti/cw (dpa, afp, rtr)

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