Dominator Hamilton triumphiert in Japan | Sport | DW | 07.10.2018
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17. Saisonrennen

Dominator Hamilton triumphiert in Japan

Lewis Hamilton fährt beim Großen Preis von Japan einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein und macht damit einen weiteren großen Schritt in Richtung WM-Titel. Denn WM-Rivale Sebastian Vettel bremst sich wieder selbst aus.

Nächster Fehler, nächste Pleite für Sebastian Vettel und Ferrari: Nach einem verkorksten Qualifying am Vortag und einem unnötigen Crash im Rennen rollte Vettel nur als Sechster ins Ziel. Sein WM-Rivale Lewis Hamilton fuhr dagegen von der Pole Position fast spielerisch zum neunten Saisonsieg - seinem vierten in Serie. "Ich bin so glücklich, ich liebe dieses Auto, ich liebe diese Strecke", schwärmte Hamilton nach seinem 71. Karriereerfolg. mit dem er den Vorsprung in der WM vier Rennen vor Schluss auf 67 Punkte ausbaute. "Ich kann gar nicht abwarten, dieses Biest auch in den USA auf die Strecke zu jagen."

Beim nächsten Grand Prix in 14 Tagen auf seiner Lieblingsstrecke in Austin/Texas kann Hamilton mit einem weiteren Erfolg seinen fünften WM-Titel perfekt machen - wenn Vettel nicht mindestens Zweiter wird. Dann würde Hamilton mit dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio gleichziehen. Mehr WM-Titel (7) hat dann nur noch Michael Schumacher auf dem Konto. "Ich hoffe, ihr langweilt euch nicht allmählich. Ich tue es auf keinen Fall", scherzte Hamilton nach der Siegerehrung.

Bottas macht Mercedes-Doppelsieg perfekt

Platz zwei in Suzuka sicherte sich Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas, der in der Schlussphase einige Mühe hatte, den ungestüm attackierenden und letztlich drittplatzierten Max Verstappen im Red Bull auf Distanz zu halten. Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo kämpfte sich von Startplatz 15 nach einer fulminanten Aufholjagd auf Rang vier und verwies den von dieser Position gestarteten Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari auf Rang fünf. Nico Hülkenberg musste seinen Renault nach 37 Runden mit technischen Problemen stilllegen – zu diesem Zeitpunkt lag er bereits auf dem letzten Platz.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hatte schon nach der verpatzten Qualifikation gezürnt. "Inakzeptabel" sei sie gewesen, schimpfte der Italiener. "Ich bin sehr wütend. Solche Fehler passieren uns nicht zum ersten Mal." Die Scuderia hatte in der Qualifikation zunächst die falschen Reifen bei Vettel gewählt, dann versteuerte sich der 31-Jährige und musste von Rang acht starten.

Vettel gelingt Traumstart

Beim Start hellte sich Arrivabenes Laune zunächst sogar auf. Während Hamilton und Bottas in Startreihe eins ihre Plätze verteidigten, machte Vettel in der ersten Runde gleich vier Positionen gut. Damit lag nur noch Verstappen als Puffer zwischen den beiden Silberpfeilen und dem Ferrari-Star. Dabei profitierte Vettel auch von einer regelwidrigen Aktion von Verstappen, der Vettels Teamkollegen Räikkönen nach einem Fahrfehler von der Strecke drängte. Dafür brummten die Rennkommissare Verstappen eine Fünf-Sekunden-Strafe auf.

Japan Formel 1 GP in Suzuka | Sebastian Vettel , Kimi Raikkönnen und Max Verstappen (Getty Images/AFP/B. Mehri)

Ganz nah dran am Podium: Sebastian Vettel (l.) nach dem fliegenden Neustart hinter dem drittplatzierten Max Verstappen im Red Bull

Und es kam noch besser für Vettel: Nach einer Kollision zwischen seinem zukünftigen Teamkollegen, Sauber-Mann Charles Leclerc und dem Dänen Kevin Magnussen im Haas lagen Reifen- und Karbonteile auf der Strecke. Das Safety Car rückte aus, mit einem Mal waren die Zeitabstände geschmolzen.

Crash mit Verstappen wirft Vettel weit zurück    

Hitzig ging es bei rund 29 Grad Außentemperatur weiter: Vettel wollte aber nach dem Re-Start in Runde acht zu viel. Er attackierte Verstappen, obwohl dieser noch eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen musste und der Deutsche wohl bald ohnehin vorbei gekommen wäre, in der Spoon-Kurve mit einem zu optimistischen Manöver. Vettel drehte sich, er fiel auf den 19. Platz zurück.

"Wenn die Lücke da ist und ich nicht versuche da rein zustoßen, kann ich gleich zuhause bleiben", rechtfertigte der 31-Jährige sein überhastet wirkendes Manöver. Dabei hätte Vettel wohl nur ein wenig Geduld haben müssen. "Er war viel schneller. Eine oder zwei Runden später hätte er mich überholt auf der Geraden. Aber ich wollte ihm den Platz doch nicht kampflos überlassen", gab Verstappen zu Protokoll und belehrte Vettel dann noch: "In der Kurve kannst du nicht überholen."

Vettel kämpfte sich nach dem nächsten Rückschlag abermals im Eiltempo zurück in die Punkteränge, doch die Top Fünf waren unerreichbar. Und Hamilton? Auf dem Weg zu seinem vierten Suzuka-Sieg klagte er zwischenzeitlich über Probleme mit seinem Silberpfeil, dennoch fuhr der 33-Jährige an der Spitze ein einsames Rennen und baute kontinuierlich seinen Vorsprung auf Bottas aus.

Vettel vermasselt Hamilton den Grand Chelem

Eine Woche nach der Stallorder zu seinen Gunsten in Russland war Hamilton diesmal nicht auf das Eingreifen seines Teams angewiesen. Dem Briten ging es vorne fast schon zu ruhig zu. "Machst du gerade eine Pause", funkte Hamilton an die Box, weil sich sein Renningenieur Peter Bonnington schon eine Weile nicht mehr bei ihm gemeldet hatte.

Nur einen Erfolg vermasselte Vettel dem Mercedes-Star an diesem Wochenende: Hamilton hätte wohl zu gerne den Grand Chelem – das Triple aus Pole Position, Start-Ziel-Sieg und schnellste Rennrunde – in Suzuka eingefahren. Doch letztere schnappte sich Vettel auf dem letzten Umlauf vor dem Ziel.

 

ww (dpa/sid)

Das Rennen in Suzuka verpasst? Dann können Sie hier nochmal alle entscheidenden Szenen im Liveticker nachlesen.

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ZIEL: Hamilton gewinnt ungefährdet den Großen Preis von Japan vor Bottas und Verstappen. Für Vettel ist hinter Ricciardo und Teamkollege Räikkönen nicht mehr als Platz sechs drin. Kleine Genugtuung für Vettel: Er schnappt Hamilton noch die schnellste Rennrunde und damit den Grand Chelem weg.

Runde 53 von 53: Hamilton geht auf die letzte Runde. Bottas muss sich noch gegen Verstappen wehren.

Runde 52 von 53: Hamilton fährt noch einmal eine schnellste Rennrunde.

Runde 51 von 53: Drei Runden vor Schluss kann Hamilton nur noch ein Defekt stoppen: Der McLaren-Mann fährt einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg - und seiner fünften Weltmeisterschaft entgegen. Mit dem Sieg heute baut Hamilton seinen Vorsprung in der WM vor Vettel auf 67 Runden aus.

Runde 48 von 53: Hamilton hat seinen Vorsprung vor Bottas auf elf Sekunden ausgebaut. Dem Finnen hängt jetzt aber auch wieder Verstappen im Heck.

Runde 45 von 53: Hamilton fährt als Führender noch einmal die schnellste Rennrunde. Der Brite will heute offenbar unbedingt den Grand Chelem: Pole Position, Start-Ziel-Sieg und schnellste Rennrunde.

Runde 42 von 53: Die Strecke ist wieder frei gegeben - gerade hatte man sich bei Mercedes auf einen zusätzlichen Boxenstopp vorbereitet. Der ist damit vom Tisch. Aber die virtuelle Safety-Car-Phase hat Verstappen näher an Bottas herangebracht. Das sollte eigentlich nicht passieren - denn während einer virtuellen Safety-Car-Phase sollen die Abstände zwischen den Fahrern eigentlich eingefroren werden.

Runde 41 von 53: Die Rennleitung schaltet das virtuelle Safety Car, um den Sauber von Leclerc sicher bergen zu können.

Runde 40 von 53: Der nächste Ausfall: Leclerc rutscht zunächst ins Kiesbett und stellt dann seinen Sauber ab. An seinem Auto sei etwas gebrochen, funkt Leclerc in die Box.

Runde 39 von 53: Das Aus für Hülkenberg: Der Deutsche stellt seinen Renault in der Garage ab.

Runde 37 von 53: Die Leistung von Vettel zeigt: Für den viermaligen Champion wäre heute mehr drin gewesen - wenn er nicht so ungeduldig beim Angriff auf Verstappen gewesen wäre. Den Niederländer hätte er auch später noch geholt.

Runde 35 von 53: Und Vettel schnupft Grosjean auf, ist damit nun Sechster. Allerdings zum Fünften, seinem Teamkollegen Räikkönen, beträgt der Rückstand nun 40 Sekunde. Eine Safety-Car-Phase würde Vettel helfen.

Runde 35 von 53: Vettel haut die schnellste Rennrunde raus. Der Ferrari-Star hat zwei weitere Plätze gut gemacht, ist jetzt schon wieder Siebter.

Runde 32 von 53: Es läuft weiter gut bei Vettel, der Deutsche schnappt sich Ocon und Leclerc und ist nun schon Neunter.

Runde 30 von 53: Vettel macht wieder Platz um Platz gut, hat sich nun erneut an Hülkenberg vorbei auf Platz 11 geschoben. 

Runde 27 von 53: Vettel kommt zum Boxenstopp und wechselt von den Supersofts auf die Soft-Reifen. Der Ferrari-Mann wird problemlos abgefertigt, fällt jedoch wieder auf Position 16 zurück. Bei Ferrari läuft es einfach nicht an diesem Wochenende: Räikkönen hat in der Boxenstopp-Phase eine weitere Position verloren und ist hinter Ricciardo im zweiten Red Bull zurückgefallen. Ricciardo war von Platz 15 gestartet!

Runde 25 von 53: Nun biegt Hamilton zum Reifenwechsel in die Boxengasse ab und lässt nach den Soft-Reifen nun Mediums aufziehen. Der Brite bleibt in Führung.

Runde 24 von 53: Bottas und Ricciardo holen sich neue Reifen. Zumindest eine gute Nachricht für Vettel: Er bekommt keine Strafe für die Kollision mit Verstappen.

Runde 22 von 53: Verstappen kommt zum Reifenservice, der Niederländer wechselt von Supersoft-Reifen auf Soft-Pneus und muss noch seine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen. - Trotzdem bleibt er locker vor Räikkönen. Vettel hat sich inzwischen Toro-Rosso-Pilot Hartley geschnappt und fährt auf Position 11.

Runde 21 von 53: Und Hamilton zeigt, dass er schneller könnte, wenn er wollte: Der McLaren-Mann fährt die nächste schnellste Rennrunde.

Runde 20 von 53: Räikkönen ist durch seinen Boxenstopp auf Platz 9 zurückgefallen und hängt im Verkehr fest. An der Spitze kontrolliert Hamilton weiter problemlos das Geschehen.

Runde 19 von 53: Vettel beschleunigt Alonso in der DRS-Zone mit geöffnetem Flügel aus und verbessert sich damit auf Platz 12.

Runde 18 von 53:  Räikkönen eröffnet den Boxenstopp-Reigen, wechselt von den weichsten Reifen, den Supersofts, auf die härtesten, die Mediums.

Runde 17 von 53: Vettel holt sich Hülkenberg eingangs der Schikane vor Start- und Ziel.

Runde 16 von 53: Leclerc wehrt sich nicht gegen den Angriff von Vettel, damit ist der Ferrari-Pilot jetzt 14. Nun fährt Hülkenberg vor Vettel.

Runde 14 von 53: Vettel schnappt sich mit Stroll den nächsten Gegner und macht sich auf die Verfolgung seines künftigen Teamkollegen, Sauber-Pilot Leclerc.

Runde 13 von 53: An der Spitze kontrolliert Hamilton das Rennen, der Brite hat bereits mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Bottas.

Runde 12 von 53: Vettel setzt erneut zur Aufholjagd an - inzwischen hat er sich auf Platz 16 verbessert.

Runde 10 von 53: Der erste Ausfall: Magnussen stellt seinen Haas ab.

Runde 9 von 53: Verstappen kann weiterfahren und bleibt Dritter vor Räikkönen, Hamilton brennt die schnellste Rennrunde in den Asphalt.

Runde 8 von 53: Vettel attackiert Verstappen - der Red-Bull-Pilot bleibt auf seiner Linie und beide kollidieren. Vettel dreht sich und fällt auf den vorletzten Platz zurück. Das ist bitter. Verstappen trifft diesmal keine Schuld - Vettel war einfach zu optimistisch.

Runde 8 von 53: Beim fliegenden Neustart gibt es keine Positionsveränderungen: Hamilton bleibt vor Bottas, Verstappen, Vettel und Räikkönen. 

Runde 7 von 53: Nach dieser Runde kommt das Safety Car wieder rein - und damit ist der Rennen wieder frei gegeben.

Runde 6 von 53: Verstappen bekommt für das Abdrängen von Räikkönen einen Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

Runde 5 von 53: Auch das unfaire Manöver von Magnussen gegen Leclerc wird von den Rennkommissaren untersucht.

Runde 4 von 53: Die Rennleitung schickt das Safety Car auf die Strecke, damit die Trümmerteile sicher geborgen werden können.

Runde 3 von 53: Magnussen hat überall auf der Strecke Trümmerteile verteilt. Die Rennkommissare haben bekanntgegeben, dass sie die Kollision zwischen Verstappen und Räikkönen untersuchen.

Runde 2 von 53: Leclerc ist Magnussen ins Heck gerauscht und hat dem Haas-Piloten dabei einen Hinterreifen aufgeschlitzt. Magnussen versucht sich mit Reifenschaden in die Box zu schleppen.

Runde 1 von 53: Verstappen rutscht in der letzten Schikane vor Start- und Ziel von der Strecke, kommt zurück auf die Piste und kollidiert mit Räikkönen. Vettel nutzt das auch, und schlüpft an seinem Teamkollegen vorbei.

Runde 1 von 53: Vettel schnappt sich den nächsten, geht an Haas-Pilot Grosjean vorbei und verbessert sich auf Platz 5. 

Runde 1 von 53: Hamilton gewinnt den START gegen Teamkollege Bottas. Hinten macht Vettel gleich zwei Positionen gut, ist damit schon Sechster.

07:13 Uhr: Die Piloten sind zurück in ihren Startboxen.

07:10 Uhr: Die Fahrer gehen in die Formationsrunde.

07:09 Uhr: Noch schnell zum Wetter: Die Sonne scheint, es herrschen 30 Grad Lufttemperatur und der Asphalt hat sich auf 40 Grad erhitzt. Das sollte auch Hamilton in die Karten spielen, der auf Soft-Reifen startet.

07:07 Uhr: Vettel landete im Qualifying nur auf Platz 9. Durch eine Strafversetzung von Ocon rückt der Ferrari-Mann im Grid eine Position nach vorne und startet damit aus Box 8. Bester Ferrari-Fahrer in der Startaufstellung ist Kimi Räikkönen, der auf Platz 4 hinter Red-Bull-Youngster Max Verstappen steht.

7:04 Uhr: WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und sein Mercedes-Team haben dagegen im gestrigen Wetterpoker im Qualifying wieder einmal den besseren Job gemacht. Deshalb steht Hamilton heute zum 80. Mal in seiner Karriere auf Startplatz 1, neben ihm Teamkollege Valtteri Bottas.

7:02 Uhr: Nach dem Desaster im gestrigen Qualifying ist für Sebastian Vettel heute wohl nicht mehr als Schadensbegrenzung drin. Andererseits: Bei 50 Punkten Rückstand in der WM braucht der Ferrari-Pilot eigentlich ein Wunder, um seine Chancen im Titel-Kampf zu wahren.

7:00 Uhr: Guten Morgen und herzlich willkommen zum DW-Liveticker!

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