″Dieser Krieg gegen Kinder muss aufhören″ | Aktuell Nahost | DW | 09.12.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Jemen

"Dieser Krieg gegen Kinder muss aufhören"

Trotz der Ende 2018 vereinbarten Waffenruhe für Teile des Jemen bleibt die Situation dort lebensgefährlich: Jeden Monat würden durchschnittlich 33 Kinder verletzt oder getötet, beklagt die Organisation Save the Children.

Die Hälfte aller Kinder, die in den vergangenen Monaten im Jemen starben, seien in den Städten Hudaida und Taiz ums Leben gekommen, teilte Save the Children mit. Dort seien die Kämpfe noch lange nicht vorbei, Leidtragende seien immer wieder auch Kinder. "Die dramatische humanitäre Krise dauert an", sagte Mariam Aldogani, die für die internationale Hilfsorganisation in Hudaida am Roten Meer arbeitet.

Gefechte um Jemens Tor zur Welt

Am 13. Dezember 2018 hatten die jemenitischen Konfliktparteien unter UN-Vermittlung das Stockholmer Abkommen unterzeichnet, das die Hoffnung auf einen baldigen Frieden in dem Land auf der Arabischen Halbinsel aufkeimen ließ. Sie vereinbarten insbesondere eine Waffenruhe für den strategisch wichtigen Hafen von Hudaida, der eine zentrale Funktion für die Versorgung der Zivilbevölkerung hat. Dennoch seien zwischen Januar und Oktober 2019 allein bei Kampfhandlungen in Hudaida 56 Kinder gestorben, 170 weitere hätten Verletzungen erlitten, bilanzierte Save the Children.

Jemen Sanaa Huthi-Rebellen (picture-alliance/dpa/H. Al-Ansi)

Von Iran unterstützte Huthi-Rebellen: Sie kämpfen gegen die Regierung und eine Militärkoalition unter saudischer Führung

In Taiz hätten sich die gewaltsamen Todesfälle von Kindern seit dem Abkommen mit 57 mehr als verdoppelt, berichtete die Organisation. Die Konfliktparteien hätten sich zwar verpflichtet, einen humanitären Korridor in Taiz für Hilfslieferungen zu öffnen. Das sei bisher aber nicht geschehen.

In diesem Jahr habe man im Jemen schon mehr als 500 Kinder medizinisch versorgt, so die Ärztin Aldogani. "Einige hatten lebensbedrohliche Verletzungen." Aldogani sprach von Knochenbrüchen, Verbrennungen und Schrapnell-Wunden. Und sie ergänzte: "Dieser Krieg gegen Kinder muss aufhören."

wa/rb (kna, epd, afp)

Die Redaktion empfiehlt