Die Bayern haben wieder Spaß am Fußball | Sport | DW | 23.11.2019
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12. Spieltag

Die Bayern haben wieder Spaß am Fußball

Der FC Bayern findet die Freude am Spiel wieder. Gegen Fortuna Düsseldorf zeigt der FCB seine Qualität. Ein Taktik-Konzept, das mit der Mannschaft abgestimmt ist, lässt die Spieler wieder zu alter Stärke finden.

Fußball Bundesliga Fortuna Düsseldorf - Bayern München (Reuters/L. Kuegeler)

Freut sich in Düsseldorf: Bayern-Trainer Hansi Flick

Immerhin blieb noch ein wenig Zeit für ein Autogramm für einem Jungen in den Katakomben des Stadions. Philippe Coutinho unterbrach seinen Weg, schenkte dem kleinen Fan des FC Bayern ein breites Lächeln und kritzelte seine Unterschrift auf das Stück Papier, das ihm hingehalten wurde. Danach ging es schnurstracks zum Bus der Bayern, der schon auf die Spieler wartete.

Zeit war - trotz des hochverdienten 4:0 der Münchner gegen Fortuna Düsseldorf und der guten Leistung - Mangelware, schließlich sollte es vom Düsseldorfer Flughafen, der gleich neben dem Stadion liegt, schnellstmöglich wieder in die bayerische Heimat gehen.  

Auch Robert Lewandowski, der erstmals in dieser Saison keinen Treffer erzielt hatte und damit seine eigenartige Bilanz ausbaute, noch nie gegen die Düsseldorfer ein Tor erzielt zu haben, wollte nichts sagen. Er hatte nach seiner Dusche noch nasse Haare und wollte deshalb nicht im kühlen Wind stehen bleiben. Nur Joshua Kimmich nahm sich ein wenig Zeit und ließ einen Blick hinter die Münchner Kulissen zu.

Gemeinsames Verteidigen

"Im Endeffekt liegt es nur an uns, wie wir in der der Bundesliga spielen", sagte der Münchner Sechser, der gegen die Düsseldorfer das defensive Zentrum nach Belieben bestimmte. "Es geht immer leichter, wenn alle zusammen verteidigen." Was Kimmich so in einem Nebensatz erwähnte, war eines der Probleme, das die Bayern unter Ex-Coach Nico Kovac häufig beklagten: die mangelnde Abstimmung und wohl auch die Bereitschaft zur kollektiven Rückwärtsbewegung. Seit Hansi Flick den Trainerjob übernommen hat, scheint diese Hürde nicht mehr existent. Gefahr für das Tor von Manuel Neuer entstand so gut wie gar nicht in dieser einseitigen Partie.

Erstmals in dieser Bundesligasaison ohne Treffer: FCB-Angreifer Robert Lewandowski (Imago Images/J. Huebner)

Erstmals in dieser Bundesligasaison ohne Treffer: FCB-Angreifer Robert Lewandowski

Aber auch das Angriffsspiel der Münchner hat sich innerhalb kürzester Zeit verändert. Kimmich und auch Thomas Müller vor ihm, der wieder eine feste Rolle im Bayern-Team zugeordnet bekommen hat, was der Mannschaft sichtlich gut tut, sind dazu angehalten, möglichst schnell den Ball in die Spitze zu spielen. Und nicht mehr in den ermüdenden und kaum effektiven Breitwandfußball zu verfallen. Es soll alles schnell und flüssig gehen beim FCB. "Es ist immer schwieriger, zehn Leute auszuspielen", stellt Kimmich fest.

Frühes Pressing

Hinzu kommt, dass die Bayern die Gegner nun zeitiger attackieren und unter Druck setzen. "Wir schieben viel früher raus, gewinnen viel höher die Bälle", sagt Kimmich. Etwa beim 2:0 gegen die Rheinländer, als Fortunen-Torhüter Zack Steffen ein flacher Pass misslang und die Bayern gefühlt innerhalb einer Sekunde den Ball ins Tor bugsierten. "Wir habe nach vorne so viel Qualität, dass wir immer ein Tor schießen können", so Kimmich. 

Das bedeutet: Die Bayern spielen nun so, wie es die Konkurrenz immer befürchtet hat. Nicht nur die individuelle Qualität der Spieler ist vorhanden. Auch ihre taktische Herangehensweise scheint mittlerweile mit der gesamten Mannschaft abgestimmt und von ihr akzeptiert zu sein. Und daraus ergeben sich dann - wie in den vielen (Meisterschafts-) Jahren zuvor - Siege, erzielt mit einer Leichtigkeit, von der die Düsseldorfer noch schlechte Träume bekommen werden.

Zurück an die Tabellenspitze

"Es fühlt sich gut an auf dem Platz", verriet Kimmich; ihm war die Zufriedenheit im Gesicht abzulesen. Wem sie diese neue Gradlinigkeit zu verdanken haben, daran ließ Kimmich keine Zweifel aufkommen. "Das sind alles klare Vorgaben des Trainers." Es scheint also zu harmonieren zwischen dem Fußballlehrer Flick und seinem Team. Zehn Tore in drei Pflichtpartien ohne Gegentreffer sind eine durchaus vorzeigbare Bilanz. Zuvor kassierten die Münchner fast zwei Tore pro Spiel im Durchschnitt.

Die Münchner Spieler haben wieder Spaß an ihrem Beruf sowie an ihrem taktischen Spiel - und scheinen sich von einer Last befreit zu haben. Und deshalb hatte der Nationalspieler auch noch eine Botschaft an die Bundesliga-Konkurrenz. "Für die Außenstehenden macht es vielleicht Spaß, wenn sie momentan auf die Tabelle schauen. Wir wollen aber möglichst schnell wieder nach ganz oben kommen", erklärte Kimmich.

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