″Diciotti″ läuft Hafen in Sizilien an | Aktuell Europa | DW | 20.08.2018
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Migration

"Diciotti" läuft Hafen in Sizilien an

Das Schiff der italienischen Küstenwache hat 177 Migranten an Bord. Nach mehreren Tagen im Mittelmeer machte es nun in Catania fest. Doch für die Geretteten ist das Warten noch nicht vorbei.

Schiff Diciotti im Hafen von Trapani (picture-alliance/Pacific Press/A. Melita)

Gerettete Migranten auf der "Diciotti"

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli hatte nach tagelangem Streit mit Malta grünes Licht gegeben: Im Kurznachrichtendienst Twitter erklärte er, die "Diciotti" dürfe in den Hafen von Catania in Sizilien einlaufen. Nach der Rettung der Migranten durch Italien müsse nun aber die EU "ihre Pflicht erfüllen", forderte Toninelli weiter.

Salvini lässt die Flüchtlinge nicht von Bord

Aus den Innenministerium in Rom verlautete, Ressortchef Matteo Salvini wolle die Menschen vorerst nicht an Land gehen lassen. Der rechtspopulistische Minister wolle erst Garantien, dass die Migranten von anderen europäischen Ländern aufgenommen würden, berichteten italienische Medien.

Die "Diciotti" hatte vergangenen Mittwoch 190 Migranten aufgenommen, die auf einem überfüllten Schiff im Mittelmeer unterwegs waren. 13 von ihnen wurden aus gesundheitlichen Gründen umgehend von der Küstenwache nach Lampedusa gebracht. Der Rest blieb jedoch an Bord.

Italiens Regierung bestand darauf, dass Malta die Migranten aufnehmen müsse. Salvini argumentierte, die Bootsflüchtlinge seinen in Gewässern gerettet worden, für die eigentlich die Regierung in Valletta zuständig sei. Die maltesischen Behörden gaben dem Innenminister im Prinzip Recht. Sie wiesen allerdings auch darauf hin, dass die Migranten jede Hilfe verweigert und weiter Kurs auf Lampedusa genommen hätten.

Italien und Malta stritten sich in den vergangenen Monaten immer wieder um die Aufnahme von Flüchtlingen. In der vergangenen Woche ließ Malta das Rettungsschiff "Aquarius" erst nach tagelanger Irrfahrt einlaufen, nachdem mehrere EU-Staaten die Aufnahme der 141 Migranten an Bord zugesagt hatten.

se/wa (rtr, afp, dpa)

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