DFL: Rekordumsatz im deutschen Fußball | Sport-News | DW | 13.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaftsreport 2019

DFL: Rekordumsatz im deutschen Fußball

Die Bundesliga hat ihren Umsatz seit 2010 fast verdoppelt. DFL-Chef Seifert warnt aber vor zu hohen Erwartungen bei den neuen TV-Rechte-Verhandlungen. Unter den Top 10 der umsatzstärksten Klubs ist nur ein Deutscher.

Der deutsche Profifußball hat zum 14. Mal in Folge einen Umsatzrekord aufgestellt. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichen "Wirtschaftsreport 2019" der Deutschen Fußball Liga (DFL) hervor. In der vergangenen Saison (2017/2018) beliefen sich demnach die Gesamterlöse der 36 Klubs aus der Bundesliga und der 2. Liga auf 4,42 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 4,01 Milliarden. Allein das Fußball-Oberhaus verzeichnete für die vergangene Saison einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro. Vor sieben Jahren waren es nach DFL-Angaben noch 1,94 Milliarden Euro.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sieht den Anstieg der Zahlen auch in den TV-Geldern begründet. "Der deutsche Profifußball hat sich unverändert positiv entwickelt. Dazu tragen wesentlich die Erlöse aus den aktuellen Medienverträgen bei, die sich erstmals in den Bilanzen niederschlagen", sagte er. Im Frühjahr 2020 sollen die TV-Rechte laut Seifert neu vergeben werden, Seifert warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen bei den Verhandlungen.

Fußball DFL Christian Seifert (picture-alliance/dpa/A. Dedert)

Bremst die Euphorie: DFL-Chef Seifert

"Das sollte uns vorsichtig machen"

"In England ist der Markt für Medienerlöse im Fußball abgekühlt, der Umsatz sank um zehn Prozent, obwohl 20 Prozent mehr Spiele auf den Markt kamen. Italien erreichte mit Mühe und Not das Vorjahresergebnis", sagte Seifert in einem Interview dem "Handelsblatt" (Mittwoch). Er fügte an: "Das sollte uns vorsichtig machen." 

Für die nationalen TV-Rechte von 2017/18 bis 2020/21 kassiert die Deutsche Fußball Liga (DFL) derzeit insgesamt 4,64 Milliarden Euro - rund 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Der DFL-Boss betonte, dass der Trend weiterhin zu "kürzeren, prägnanten Formaten" gehe, der Kern aber immer das Livespiel sein werde. "90 Minuten Fußballspiel sind begrenzt - aber die Möglichkeiten, 90 Minuten zu verbringen, sind nahezu unbegrenzt", sagte Seifert. "Deshalb müssen wir uns auch mit medialen Konkurrenzangeboten befassen. Dazu zählt die Premier League ebenso wie die nächste Netflix-Serie."

Nur ein deutscher Klub unter den Top 10

In der Rangliste der zehn umsatzstärksten Vereine Europas finden sich für das Jahr 2018 sechs englische, aber nur ein deutscher Klub. Das hat das Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Deloitte erst im Januar dieses Jahres wieder neu veröffentlicht. Real Madrid ist der neue Krösus in der Rangliste des europäischen Geldadels - in der drei deutsche Fußballklubs ihre Plätze unter den Top 20 verteidigten.

Champions League 2016 Real Madrid Atletico Madrid (picture-alliance/dpa/D. Dal Zennaro)

Umsatzstärkster Klub in Europa: Real Madrid

Rekordmeister Bayern München durchbrach dabei nach Berechnungen von Deloitte in der Saison 2017/18 erstmals die 600-Millionen-Euro-Grenze. Mit 629,2 Millionen Euro bleiben die Münchner Vierter der europäischen Geld-Rangliste. Die Bayern steigerten im Vergleich zur Spielzeit 2016/17 (587,8 Millionen Euro) ihren Umsatz deutlich und schafften es zum elften Mal in Serie in die Top Fünf der umsatzstärksten Vereine.

Umsatzeinbußen bei Borussia Dortmund

Champions-League-Gewinner Real Madrid verbuchte einen Gesamtumsatz von 750,9 Millionen Euro - damit knackte ein europäischer Top-Club erstmals die 750-Millionen-Marke. Die Spanier lösten Manchester United von Platz 1 ab. Die Engländer mussten als Dritter der Rangliste mit 666 Millionen Euro auch noch den FC  Barcelona (690,4 Mio. Euro) vorbeiziehen zu lassen.

Bundesligist Borussia Dortmund bleibt trotz Umsatzeinbußen mit 317,2 Millionen Euro auf Platz 12 des Rankings (Saison 2016/17: 332,6 Mio. Euro). Schalke 04 steigerte seinen Umsatz um 13,6 Millionen Euro auf 243,8 Millionen Euro und hielt Platz 16.

jhr/ck (sid, dpa)

Die Redaktion empfiehlt