DFB gibt grünes Licht für "Frauen-DFL"
7. November 2025
Der DFB-Bundestag hat den Weg freigemacht, um nach dem Vorbild der Deutschen Fußball Liga (DFL), die für die Männer-Bundesliga zuständig ist, auch für die Frauen-Bundesliga einen eigenen Liga-Verband zu gründen. Beim DFB-Bundestag in Frankfurt am Main stimmte eine deutliche Mehrheit der 253 Delegierten für eine entsprechende Satzungsänderung. Die neue Organisation mit dem Titel "Frauen-Bundesliga Gesellschaft" solle sich auf "den Betrieb und die Vermarktung" der Liga konzentrieren, hieß es. Der Ligaverband muss allerdings noch von den Klubs gegründet werden.
100 Millionen Euro in acht Jahren
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) - mit über acht Millionen Mitgliedern der größte Sportfachverband der Welt - will insgesamt 100 Millionen Euro investieren, um die Frauen-Bundesliga weiter zu professionalisieren. "Das ist ein starkes und mutiges Signal, welches aus meiner Sicht dringend geboten ist", sagte der wiedergewählte Präsident Bernd Neuendorf. "Die Weichen werden jetzt gestellt."
Der Verband will das Geld schrittweise innerhalb von acht Jahren in die Liga pumpen. Noch mehr sollen die Klubs in diesem Zeitraum leisten. Mehrere Hundert Millionen Euro wollen die Vereine in das Personal und die Infrastruktur investieren.
In der Frauen-Bundesliga spielen in der laufenden Saison erstmals 14 statt wie zuletzt zwölf Vereine. Zudem hat sich der DFB um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2029 beworben, um dem Frauenfußball einen weiteren Schub zu geben.
Neuendorf: "Jetzt beginnt Phase des Gestaltens"
Zuvor hatte der DFB-Bundestag einstimmig Bernd Neuendorf für weitere vier Jahre wiedergewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. "Wir haben den DFB in jeglicher Hinsicht stabilisiert und konsolidiert - atmosphärisch, finanziell, inhaltlich, sportlich", sagte Neuendorf über seine erste Amtszeit. "Der DFB hat seine Reputation wieder hergestellt. Er wird wieder als verlässlicher Player wahrgenommen." Nach der - so Neuendorf - "Wurzelbehandlung" beginne jetzt eine "Phase der Gestaltung".
Neuendorf war im Mai 2021 zum Nachfolger des zurückgetretenen DFB-Chefs Fritz Keller gewählt worden. In die folgenden Jahren fielen die Trennungen von Bundestrainer Hansi Flick und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff sowie bei den DFB-Frauen von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.
Gute Personalentscheidungen
Bei der Neubesetzung der Posten bewies Neuendorf ein glückliches Händchen. Auf Flick folgte Julian Nagelsmann, auf Voss-Tecklenburg nach einem Intermezzo von Horst Hrubesch schließlich Christian Wück. Die Neuen sorgten für einen Aufschwung. Als Sport-Geschäftsführer holte Neuendorf den langjährigen DFB-Kritiker Andreas Rettig ins Boot. Das erwies sich als ebenso geschickter Schachzug wie die Berufung von Ex-Nationalspielerin Nia Künzer für den neu geschaffenen Posten der Direktorin für Frauenfußball.