Deutschland: Ölimporte sinken weiter | Wirtschaft | DW | 20.09.2019
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Energieversorgung

Deutschland: Ölimporte sinken weiter

Deutschland hat im vergangenen Jahr so wenig Rohöl eingeführt wie nie seit der Wiedervereinigung. Gut 84,8 Millionen Tonnen des wichtigen Rohstoffes - unter anderem für Heizöl und Treibstoffe - wurden 2018 eingekauft.

Damit sank die importierte Menge im dritten Jahr in Folge: 2016 waren es noch rund 91,8 Millionen Tonnen, 2017 knapp 90 Millionen Tonnen. Auf dem derzeitigen Niveau lag die importierte Rohölmenge auch 1991, dem ersten vollen Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung. Am meisten Öl wurde in dem betrachten Zeitraum im Jahr 2005 eingeführt: 114,5 Millionen Tonnen. Diese Zahlen veröffentlichte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden.

Der arabische Anteil sinkt

Der mit Abstand wichtigste Lieferant für Deutschland ist Russland. Mit rund 29,2 Millionen Tonnen bezog Deutschland 2018 gut ein Drittel seines Öls von dort. Aus Norwegen kamen knapp neun Prozent (rund 7,6 Millionen Tonnen), aus Libyen rund 8,6 Prozent (rund 7,3 Millionen Tonnen) der gesamten Importmenge.

 Brandenburg - Druschba - Öl-Pipeline (picture-alliance/dpa/P. Pleul)

Deutschlands wichtigster Lieferant für Rohöl ist weiterhin Russland - mit ganz weitem Abstand erst folgt Saudi-Arabien..

Saudi-Arabien, das nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) der weltweit größte Erdölexporteur ist, hat Zahlen der Wiesbadener Behörde zufolge als Öllieferant für Deutschland stark an Bedeutung verloren. Im vergangenen Jahr bezog Europas größte Volkswirtschaft von dort gut 1,4 Millionen Tonnen Rohöl. Das waren gerade einmal 1,7 Prozent der gesamten Rohöleinfuhren.

Weniger fossile Brennstoffe ...

Die Bedeutung des Erdöls nimmt für Deutschland seit Jahren ab, wie die Statistiker betonten. So ging der Verbrauch von Heizöl von 2005 bis 2016 zurück, auch die Verwendung von Benzin. Der Verbrauch von Diesel dagegen stieg in dem Zeitraum an.

Gemessen wird der Verbrauch in Petajoule. Die privaten Haushalte in Deutschland verbrauchten 2016 laut Statistik 455 Petajoule fürs Heizen mit Öl und 1315 Petajoule fürs Autofahren mit Benzin und Diesel. Der Gesamtverbrauch von Heizöl in Deutschland 2016 betrug 1279 Petajoule, der für Benzin und Diesel 2530 Petajoule.

Deutschland Strommast und Windkraft (Getty Images/S. Gallup)

Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix in Deutschland steigt weiterhin an.

… mehr erneuerbare Energiequellen

Gleichzeitig sei, so das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen, in Deutschland mehr Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse erzeugt worden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der eingespeisten Strommenge ist im zweiten Quartal 2019 auf 46 Prozent gestiegen (Vorjahreszeitraum 41 Prozent). Insgesamt wurden 56 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom erzeugt und in das Netz eingespeist. Das waren 6,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklung sei durch den gesetzlichen Einspeisevorrang für Strom aus erneuerbaren Energien begünstigt, erläuterte die Wiesbadener Behörde. Trotz eines deutlichen Rückgangs war Kohle mit einem Anteil von 29 Prozent nach wie vor der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung, gefolgt von Windkraft (20 Prozent), Photovoltaik (13 Prozent) und Atomenergie (12 Prozent). Im Vorjahreszeitraum hatte der klimaschädliche Kohle-Anteil allerdings noch bei knapp 37 Prozent gelegen.

dk/ar (dpa, afp)

 

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