Deutscher Botschaftsmitarbeiter im Jemen erschossen | Aktuell Nahost | DW | 06.10.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Deutscher Botschaftsmitarbeiter im Jemen erschossen

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft nach Angaben aus Sicherheitskreisen erschossen worden. Der Überfall soll eigentlich der deutschen Botschafterin gegolten haben.

Video ansehen 01:17
Jetzt live
01:17 Min.

Al-Kaida-Anschlag in Sanaa?

Die Angreifer hätten von einem Fahrzeug aus geschossen, hieß es in Sanaa. Sie hätten den Deutschen getötet, als er ein Geschäft im südlichen Diplomatenviertel Hadda verlassen habe. Die Angreifer wollten den Deutschen laut jemenitischen Medienberichten zunächst vor einem Einkaufszentrum im südlichen Stadtteil Hadda entführen. Als er sich gewehrt habe, sei er getötet worden. Ein Korrespondent des Fernsehsenders Al-Arabija sagte, das eigentliche Ziel des Angriffs sei die deutsche Botschafterin gewesen. Sie sei aber entkommen.

Kamen die Täter von Al Kaida?

Westliche Diplomaten bestätigten den Angriff. Zur Identität und Funktion des Opfers in der Botschaft konnten sie keine Angaben machen. Der Mann soll im Sicherheitsteam der Botschaft gearbeitet haben. Das Auswärtigen Amt in Berlin erklärte, man sei intensiv um Aufklärung der Sachverhalte bemüht.

Die deutsche Botschafterin im Jemen, Carola Müller-Holtkemper, hatte erst am 30. September offiziell ihr Amt angetreten. Die deutsche Botschaft gehörte zu den westlichen Vertretungen im Jemen, die nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes zuletzt vom Terrornetzwerk Al-Kaida bedroht worden war. Im August blieb die deutsche Botschaft wegen der Drohungen zwei Wochen lang geschlossen. Für den ganzen Jemen gilt derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Entführungen als Druckmittel

Al-Kaida nutzt das Land als Rückzugsgebiet mit Ausbildungslagern. Islamisten aus dem Jemen und Saudi-Arabien gründeten 2008 zudem die "Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel". Schon seit langem verüben Islamisten dort Anschläge. Im Jahr 2000 sprengten sich in der Hafenstadt Aden ein Selbstmordattentäter in der Nähe des US-Zerstörers "USS Cole" in die Luft und riss 17 US-Soldaten mit in den Tod.

Im September 2008 töteten Al-Kaida-Kämpfer 16 Menschen bei einem Angriff auf die US-Botschaft in Sanaa. Mehrfach wurden auch Ausländer entführt, um inhaftierte Clan-Mitglieder von der Zentralregierung freizupressen.

uh/kle (afp,dpa,rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema