Deutsche Bank fliegt aus Leitindex für Eurozone | Wirtschaft | DW | 04.09.2018
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Börsenindizes

Deutsche Bank fliegt aus Leitindex für Eurozone

Die Deutsche Bank zählt nicht mehr zu den 50 wertvollsten Börsenunternehmen in der Eurozone. Deutschlands größtes Geldhaus muss wegen des dramatisch gesunkenen Aktienkurses den EuroStoxx 50 verlassen.

Mit der Deutschen Bank steigt auch der Energieversorger Eon zum 24. September aus dem europäischen Leitindex ab. Der Gasehersteller Linde, der vor der Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair steht, hat hingegen den Sprung in den EuroStoxx 50 geschafft. Das zeigt eine Rangliste, die die Deutsche Börse am Dienstag veröffentlichte. Der EuroStoxx 50 bildet die 50 wertvollsten Unternehmen der Eurozone ab. Im Index vertreten sind deutsche Branchenschwergewichte wie SAP, Siemens, Daimler und Allianz, aber auch beispielsweise der französische Ölkonzern Total und der Flugzeugbauer Airbus.

Für die Deutsche Bank bedeutet der Abstieg nicht nur einen Image-Schaden. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes eins zu eins nachbilden (sogenannte ETF). Dort muss umgeschichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat. Da viele Fonds den EuroStoxx 50 nachzeichnen, müssen sich Investoren von Aktien der Deutschen Bank trennen. Das belastet tendenziell den Kurs.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank hat allein seit Jahresbeginn über 37 Prozent im Eurostoxx 50 eingebüßt. Das Institut hat 2017 den dritten Jahresverlust in Folge eingefahren. Nun genügt der Börsenwert von rund 20 Milliarden Euro nicht mehr. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte lediglich, das Institut erwarte, dass sich die Bewertung der Bank durch den Finanzmarkt wieder verbessern und sich dadurch auch die Marktkapitalisierung erhöhen werde.

Neben Deutsche Bank auch Commerzbank betroffen

Zweites Kriterium ist das am Markt handelbare Aktien-Volumen. Auch das spanische IT-Unternehmen Amadeus IT Group wird in den EuroStoxx 50 aufgenommen, ebenso der Luxusgüterhersteller Kering. Der französische Baustoff-Hersteller Saint Gobain steigt hingegen ab. 

Neben der Deutschen Bank dürfte auch die Commerzbank die Folgen ihrer Dauerkrise spüren. Es wird erwartet, dass das Dax-Gründungsmitglied bei der Überprüfung des deutschen Leitindex am Mittwoch für den Zahlungsabwickler Wirecard weichen muss.

Alle Änderungen werden zum 24. September wirksam. Bis dahin müssen sich Anleger auf größere Kursausschläge bei den betroffenen Firmen einstellen. Denn Anbieter, die mit ihren Fonds die Indizes abbilden, müssen die Papiere der Absteiger verkaufen und sich mit Titeln der Aufsteiger eindecken.

hb/iw (dpa,rtr)

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